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Discord – Gruppenchats und Internettelefonie

Neben dem gemeinsamen Spielen ist auch das Kommunizieren mit anderen Mitspieler*innen ein wichtiger Aspekt bei Online-Spielen. Wenn es um die Kommunikation w├Ąhrend eines Computerspiels geht, ist Teamspeak ein beliebtes Tool f├╝r viele Gamer*innen. Allerdings hat die Anwendung einen neuen Konkurrenten bekommen. Das Kommunikationstool Discord ist ebenfalls auf den Gaming-Bereich spezialisiert und erm├Âglicht es, sich via Sprach- und Textchat mit seinen Mitspieler*innen zu verst├Ąndigen. Mittlerweile soll sich die Nutzerzahl von Discord auf rund 90 Millionen User*innen belaufen (Stand: Januar 2018)

Discord versus Teamspeak

Discord kann als eine Verkn├╝pfung aus Skype, Teamspeak und WhatsApp angesehen werden. Der Dienst verbindet M├Âglichkeiten der Internettelefonie mit textbasierten Gruppenchats. Neben dem Sprach- und Textchat, k├Ânnen auch private Direktnachrichten verschickt werden. Die Software l├Ąsst sich au├čerdem mit Diensten wie Twitch oder Facebook verbinden, wodurch Freunde ganz einfach hinzugef├╝gt werden k├Ânnen. Neben der Interaktion mit Freunden, ist es aber auch m├Âglich, mit anderen Nutzer*innen zu kommunizieren.

Ein positiver Aspekt von Discord gegen├╝ber Teamspeak ist, dass keine teuren Server gemietet werden m├╝ssen, um einen eigenen Gruppenchat zu starten. Dies hat den Vorteil, dass ein eigener Server mit verschiedenen Channels kreiert werden kann. Dort k├Ânnen dann nach Belieben Nachrichten, Bilder oder Videos geteilt werden. Au├čerdem k├Ânnen Freunde ├╝ber eine E-Mail zu dem Server eingeladen werden, ohne dass sie selbst das Programm installieren m├╝ssen. Discord kann direkt im Webbrowser genutzt werden, oder als Anwendung auf dem Computer und mobilen Ger├Ąten installiert werden.

Durch das dunkle Design von Discord, wirkt die Seite wesentlich moderner und ├╝bersichtlicher als Teamspeak. Die Software l├Ąsst sich zudem einfacher bedienen. Allerdings werden bei Discord nicht so viele Anpassungsm├Âglichkeiten wie bei Teamspeak geboten. Ein Pluspunkt ist aber, dass Discord auf Werbung verzichtet, denn das Unternehmen finanziert sich zum gr├Â├čten Teil durch Sponsoren.

Grunds├Ątzlich ist die Installation und Registrierung von Discord kostenlos. Wie bei den meisten kostenlosen Angeboten gibt es aber auch die M├Âglichkeit ein kostenpflichtiges Abo abzuschlie├čen, um Zusatz-Features wie zum Beispiel den Upload von gro├čen Dateien bis zu 50 MB, das Verwenden von animierten Avataren oder benutzerdefinierte Emojis zu erhalten.

Discord ist nicht nur f├╝r Gamer*innen geeignet

Die Hauptzielgruppe von Discord sind zwar Computerspiel-Interessierte, jedoch kann die Software auch f├╝r andere Bereiche attraktiv sein. In Unternehmen ist die interne Kommunikation ebenfalls sehr wichtig. Durch die allgemein gehaltene Nutzeroberfl├Ąche, k├Ânnen auch Unternehmen von Discord profitieren. Die Software bietet eine gute Struktur f├╝r Team-Kommunikation. Textnachrichten und Daten k├Ânnen ├╝ber das Tool ausgetauscht werden und es gibt die M├Âglichkeit ├╝ber den Videochat mit anderen in Kontakt zu treten. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass ein Account bei Discord serverunabh├Ąngig ist. Gegen├╝ber Kommunikationstools wie zum Beispiel Slack, bei denen sich jedes Teammitglied registrieren muss, k├Ânnen User*innen auch ohne eine Registrierung das Programm benutzen.

Datenschutz bei Discord

Trotz der vielen positiven Faktoren, gibt es bei Discord einen gro├čen Nachteil: der Datenschutz. Da das Unternehmen seinen Sitz in den Vereinigten Staaten hat, gelten die Gesetze und Datenschutzbestimmungen der USA. Discord erfasst pers├Ânliche Daten, wie zum Beispiel die E-Mail-Adresse, die IP-Adresse, VOIP(Internettelefonie)-Daten, Bilder und Nachrichten, aber auch andere Daten von Aktivit├Ąten, die innerhalb der Chats und des Dienstes stattfinden. Diese Informationen werden gespeichert und k├Ânnen an Dritte weitergegeben werden.

Die gesammelten Informationen werden zudem f├╝r Nachforschungen in Bezug auf Interessen und Verhaltensweisen der Kunden benutzt und mit den Tochtergesellschaften und anderen Gesch├Ąftspartnern geteilt. Wer seinen Discord-Account mit anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verbunden hat, erlaubt Discord auch von diesen Konten Daten zu sammeln. Sollte es bei Discord zu einem Unternehmensverkauf oder einer Aufl├Âsung kommen, k├Ânnen die gesammelten Daten ebenfalls in die ├╝bertragenen Verm├Âgenswerte mit einbezogen werden.

Es besteht aber die M├Âglichkeit, eine Kopie der pers├Ânlichen Daten, die Discord gespeichert hat anzufordern.

Chat-App zur Organisation rechtsextremer Kampagnen

Laut einer Studie des Institute for Strategic Dialogue und des Vereins ichbinhier sollen in den sozialen Medien Hasskampagnen zugenommen haben. Demnach soll die Anzahl an Posts, die in Verbindung mit rechtsextremistischen Kampagnen stehen, gestiegen sein. Auch die Chat-App Discord spielt dabei eine zentrale Rolle. Rechtsextreme Aktivist*innen versammeln sich auf Discord in Gruppen wie „Reconquista Germanica“, um dort ├Âffentliche Debatten zu organisieren und politische Gegner oder Institutionen online zu attackieren. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es in dem Artikel zu Reconquista Germanica.