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Cyber-Grooming

Image by Robinraj Premchand from Pixabay

Freundschaften entstehen heutzutage nicht mehr nur offline, sondern auch online. Gerade junge Menschen sind in verschiedenen Chat-Portalen oder in sozialen Netzwerken unterwegs, um mit Gleichaltrigen zu kommunizieren und neue Freundschaften zu schließen. Allerdings ist vor allem bei Fremden nicht immer klar, wer sich hinter den Profilen verbirgt. Kriminelle und Menschen mit pĂ€dophilen Neigungen können diese AnonymitĂ€t ausnutzen und Kontakt zu Kindern und Jugendlichen suchen. Sobald Erwachsene, mit dem Ziel der sexuellen BelĂ€stigung, MinderjĂ€hrige anschreiben, spricht man von Cyber-Grooming.

Was ist Cyber-Grooming?

Der Begriff „Cyber-Grooming“ wird im deutschen mit „Internet-Anbahnung“ ĂŒbersetzt. Damit ist das gezielte Ansprechen von meist minderjĂ€hrigen Personen gemeint. Dabei versuchen die TĂ€ter_innen durch Komplimente und Schmeicheleien das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu gewinnen, um sie dann zu sexuellen Handlungen zu ĂŒberreden.

Cyber-Grooming wird deshalb auch als eine Form der sexuellen BelĂ€stigung im Internet angesehen. Seit dem 1. April 2004 ist Cyber-Grooming in Deutschland bei unter 14-jĂ€hrigen verboten. Wer MinderjĂ€hrige ĂŒber das Internet zu sexuellen Handlungen zwingt, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fĂŒnf Jahren bestraft.

Alles beginnt meist harmlos

Über soziale Netzwerke, wie Facebook oder Instagram, aber auch ĂŒber ChatrĂ€ume oder Foren versuchen die TĂ€ter_innen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen herzustellen. Sie geben sich meist als gleichaltrig aus und tĂ€uschen Gemeinsamkeiten vor. Über die Profile ihrer Opfer gewinnen sie Informationen ĂŒber Hobbys, den Lieblingssportverein oder die Lieblingsserie. Über die vermeintlich gemeinsamen Interessen wird eine NĂ€he hergestellt und das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen gewonnen. Die TĂ€ter_innen sprechen hĂ€ufig schon beim ersten Kontakt ĂŒber Liebe und Sex und fragen nach sexuellen Erfahrungen, Vorlieben oder Fantasien.

Zu Beginn scheint alles sehr harmlos zu sein, doch mit der Zeit fordern die TĂ€ter_innen ihre Opfer auf, pornographische Fotos oder Videos an sie zu schicken. Da junge Menschen mit ihrer Selbstdarstellung und -wahrnehmung gerne experimentieren, verschicken sie im Vertrauen freizĂŒgige Fotos, um entsprechendes Feedback zu erhalten. Sobald die TĂ€ter_innen die ersten Fotos erhalten haben, drohen und erpressen sie ihre Opfer und verlangen weitere Fotos. Einige TĂ€ter_innen nutzen die Fotos auch, um die Kinder und Jugendlichen zu einem Treffen zu zwingen.

Hinweise fĂŒr Eltern und pĂ€dagogische FachkrĂ€fte

Eltern und pĂ€dagogische FachkrĂ€fte sollten mit ihren Kindern bzw. mit ihren SchĂŒler_innen ĂŒber die Risiken, die beim Preisgeben von persönlichen Daten und Fotos entstehen, sprechen und auf die Gefahren von Online-Freundschaften hinweisen. Es ist wichtig, dass persönliche Daten und Fotos nicht leichtfertig herausgegeben werden.

Gerade wenn Kinder anfangen im Internet zu surfen und neue Apps ausprobieren, ist es sinnvoll die Angebote gemeinsam mit den Kindern zu erkunden. Wenn Eltern oder pĂ€dagogische FachkrĂ€fte wissen, welche Angebote die Kinder nutzen, können sie Sicherheitseinstellungen vornehmen und entsprechende Funktionen unterbinden. So können zum Beispiel Informationen nur fĂŒr Freunde öffentlich gemacht werden.

Sollte es bereits zu BelĂ€stigungen gekommen sein, ist es wichtig mit den Kindern zu sprechen, um das weitere Vorgehen zu planen. ZunĂ€chst sollten die VerstĂ¶ĂŸe den Webseitenbetreiber_innen gemeldet und die Beweise gesichert werden. Wenn ein schwerer Fall des Cyber-Groomings vorliegt, sollte eine Anzeige erstattet und entsprechende Beratungsstellen aufgesucht werden.