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TikTok gehört zu den beliebtesten Video-Apps bei Kindern und Jugendlichen. Die von dem chinesischen Unternehmen Bytedance 2016 gegründete App, hat sich vor allem im asiatischen Raum etabliert und besitzt weltweit die größte Community im Bereich Playbackvideo. In Deutschland war lange Zeit eine ähnliche App sehr erfolgreich: die Social-Media-App Musical.ly. Das Prinzip war dasselbe wie bei TikTok: Nutzer*innen konnten kurze Playback-Musikvideos erstellen und sie mit anderen teilen. Im Jahr 2017 wurde Musical.ly von Bytedance aufgekauft und im August 2018 mit TikTok zu einer App verbunden. Alle Profile von Musical.ly wurden dann vom App-Dienst TikTok übernommen.

Wie funktioniert TikTok?

Die Nutzer*innen können Inhalte in Form von Videos mit ihrer Handykamera produzieren. Dafür gibt es Auswahlkriterien wie eine große Musikbibliothek oder verschiedene Filter oder Effekte, die über das Video gelegt werden können. Die Videos finden häufig im Rahmen sogenannter Challenges statt, es werden aber auch Tanz- und Singvideos, Reaction-Videos oder andere Inhalte erstellt. Jedes Video kann bis zu 60 Sekunden dauern. Andere Nutzer*innen können je nach Voreinstellung (privat/öffentlich) auf die Videos reagieren. Es können Kommentare verfasst werden, Likes verteilt und nicht selten werden Videos wiederum in anderen Videos eingebunden. Jedes Video kann mit Hashtags versehen werden, so ist es zu finden, wenn beispielsweise nach bestimmten Challenges gesucht wird. Zudem können Nutzer*innen mit der Funktion TikTok Stitches in Form eines eigenen Videos Inhalte anderer Creator*innen reagieren.

Neben der Erstellung der Musikvideos bietet die App aber auch weitere Interaktionsmöglichkeiten an. TikTok hat ebenfalls die Funktion eines Social Media Angebotes. Nutzer*innen können andere Videos liken und kommentieren und ihre eigenen Videos auf Facebook oder Instagram teilen. Wer eigene Videos produzieren möchte, muss bei TikTok ein Benutzerkonto erstellen. Wer allerdings nur Videos ansehen möchte, muss sich nicht registrieren.

Ebenso wie auf der Social-Media-Plattform Instagram können mit TikTok auch Stories erstellt und veröffentlicht werden. Diese sollen unterhalten und Einblicke in das alltägliche Leben anderer geben. Jedoch gehen damit ebenfalls Herausforderungen einher. Was genau TikTok Stories sind, kann hier nachgelesen werden. Daneben sind Funktionen wie TikTok-Live-Battles oder TikTok Now bei den Nutzenden beliebt, sind gleichzeitig jedoch kritisch zu betrachten aufgrund zahlreicher Herausforderungen wie Spielsucht oder sozialer Druck.

Warum ist die App so erfolgreich?

Vor allem bei Pre-Teens im Alter von 10 bis 13 Jahren ist die App sehr beliebt. Jugendliche entwickeln in dieser Lebensphase eine eigene Identität und streben vor allem nach Anerkennung und Bewunderung. Soziale Plattformen wie TikTok bieten ihnen eine Möglichkeit, sich darzustellen, sich zu inszenieren und Feedback von anderen zu bekommen. Der Spaßfaktor steht ebenfalls im Vordergrund. Den Jugendlichen geht es nicht zwingend darum, ein perfektes Video zu erstellen, sondern für sie ist es wichtig, dass sie Spaß an der Sache haben.

Auch die Teilnahme an viralen TikTok-Trends kommt bei Jugendlichen gut an. Dadurch kann das soziale Gefüge in der Peergroup gestärkt und die Entfaltung eigener Interessen befördert werden. Jedoch sind diese Trends teilweise kritisch diskutiert, beispielsweise  aufgrund von Unterdrückung negativer Emotionen oder der Darstellung eines perfekten Bildes. Mehr kann in den Artikeln zu den einzelnen Trends nachgelesen werden.

TikTok und das Urheberrecht

Die User*innen haben generell keine Nutzungsrechte, um Originalsongs in ihren Videos verwenden zu können. Eine Veröffentlichung des Videos auf anderen Portalen, beispielsweise Instagram, verstößt daher gegen das Urheberrecht. Deshalb ist es ratsam, die erstellten Videos nicht auf anderen Plattformen zu teilen, sondern nur für Freund*innen in der App zu veröffentlichen. Von den Betreibenden von TikTok gibt es zu dem Punkt, ob die Verwendung der Songs das Urheberrecht verletzt, keine konkrete Aussage. Des Weiteren sollte auch darauf geachtet werden, dass sich keine anderen Personen in dem Video befinden. Sollte dies der Fall sein, müssen sie vor einer Veröffentlichung um Erlaubnis gefragt werden.

Tipps und Hinweise

Um die App verwenden zu können, müssen Nutzer*innen  mindestens 13 Jahre alt sein müssen. Bis zu einem Alter von 18 Jahren muss zudem die Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorliegen, dies und ebenso das Alter wird allerdings durch die App nicht kontrolliert. Deshalb sollten sich Eltern mit der Nutzung von TikTok vertraut machen und ihre Kinder über den Datenschutz, die Privatsphäre-Einstellungen und ungeeignete Inhalte aufklären.

In den Kommentaren kann es auch zu Online-Mobbing oder Cybergrooming kommen. Über das „Safety Center“ der Webseite gibt es die Möglichkeit, unangebrachte Kommentare oder Userkonten zu melden. Außerdem sollten die Erziehungsberechtigten darauf achten, dass der Account ihres Kindes auf Privat gestellt ist. So können sie nur mit ihren Freund*innen kommunizieren und behalten die Kontrolle über ihre eigenen Inhalte.

Inzwischen gibt es weitere Möglichkeiten einen kompetenten Umgang mit TikTok durch Jugendliche zu fördern. TikTok hat in diesem Zuge einige Jugendschutzeinstellungen eingeführt. Welche das genau sind und wie sie vorgenommen werden können, erfahrt ihr hier.

Erstellt am 06.12.2018

Aktualisiert am 10.05.2024