Recherche mit KI
Was früher mühsam aus Büchern oder zahlreichen Quellen zusammengesucht werden musste, lässt sich heute innerhalb weniger Sekunden über Suchmaschinen wie Google recherchieren. In den letzten Jahren hat sich jedoch eine weitere Entwicklung etabliert: Immer mehr Menschen nutzen künstliche Intelligenz, meist in Form von Chatbots, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Dieser Artikel beleuchtet, welche Konsequenzen diese Entwicklung hat und worauf bei der Nutzung von KI für Recherchezwecke geachtet werden sollte.
Beliebtheit von KI
Laut einer Studie nutzt mittlerweile rund die Hälfte der Deutschen KI als eine Art Suchmaschine, etwa fünf Prozent sogar ausschließlich. KI-Anwendungen erfreuen sich vor allem deshalb großer Beliebtheit, weil sie Recherche vereinfachen und beschleunigen. Statt zahlreiche Websites selbst zu durchsuchen, erhalten Nutzer*innen schnell eine kompakte Zusammenfassung vermeintlich relevanter Informationen. Auch komplexe Fragestellungen mit mehreren Aspekten lassen sich formulieren, selbst wenn sie so nicht auf einzelnen Webseiten vorkommen. Ein weiterer Vorteil ist die multimediale Nutzung: Neben Text können auch Bilder oder Videos eingebunden werden. Während bildbasierte Suchen etwa mit Google Lens bereits länger möglich sind, gehen KI-Chatbots einen Schritt weiter. So kann beispielsweise ein defektes Gerät gefilmt und beschrieben werden, woraufhin die KI eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Problemlösung generiert.
Wenn Suchmaschine und KI verschwimmen
Die Grenzen zwischen klassischer Suchmaschine und KI sind dabei längst fließend. Gängige Suchdienste wie Google oder Microsoft Bing setzen inzwischen selbst KI-Systeme wie Gemini oder Copilot ein, um Suchergebnisse aufzubereiten. Statt einer reinen Linkliste werden häufig KI-generierte Zusammenfassungen angezeigt, die Informationen aus mehreren Quellen bündeln. Besonders für Kinder und Jugendliche ist dabei nicht immer klar erkennbar, dass es sich um eine von KI erstellte Antwort handelt und keine direkte Quelle zitiert wird. Mit dem kürzlich in Deutschland eingeführten KI-Modus von Google wird diese Entwicklung weiter verstärkt: Nutzer*innen können direkt mit den Suchergebnissen „chatten“.
Herausforderungen
Trotz dieser Vorteile bringt die Nutzung von KI als Suchmaschine erhebliche Herausforderungen mit sich. Besonders junge Nutzer*innen neigen dazu, KI-Antworten als gesicherte Fakten wahrzunehmen. Dabei können Falschinformationen ungeprüft übernommen oder Aussagen falschen Quellen zugeordnet werden. Zudem sind KI-Antworten bei aktuellen Themen mitunter veraltet. Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele online-Inhalte inzwischen selbst KI-generiert sind. Manche Webseiten optimieren ihre Texte gezielt für KI-Auswertungen, um in den Ergebnissen besser platziert zu werden.
Grundsätzlich handelt es sich bei Chatbots um Sprachmodelle, die auf Wahrscheinlichkeiten beruhen: Sie berechnen, welche Wörter statistisch am besten zusammenpassen. Dadurch kann es zu sogenannten “Halluzinationen” kommen: Die KI erzeugt plausible, aber inhaltlich falsche oder ungenaue Aussagen. Die Systeme „wissen“ nicht, ob eine Information wahr ist, sondern erzeugen Text auf Basis sprachlicher Muster.
Tipps und Hinweise
Auch klassische Suchmaschinen bergen Risiken, etwa durch unseriöse Quellen oder bezahlte Platzierungen. KI erschwert die Einschätzung von Quellen jedoch zusätzlich, da Informationen häufig zusammengefasst und nicht transparent ausgewiesen werden.
Jugendliche sollten daher gezielt dazu angeregt werden, Inhalte kritisch zu hinterfragen und Informationen aus mehreren Quellen zu vergleichen. Für jüngere Kinder kann die Nutzung von KI-Suchen problematisch sein, da nicht-jugendfreie Inhalte angezeigt werden können. Spezielle Kinder-Suchmaschinen wie fragFINN.de richten sich an Kinder bis zwölf Jahre, verlinken ausschließlich auf geprüfte, kindgerechte Seiten und werden medienpädagogisch betreut.