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Jugendschutz und Altersfreigaben

Jugendschutz und Altersfreigaben

Im Netz werden rund um die Uhr Informationen, Bilder, Videos und vieles mehr online gestellt und geteilt. Auch Kinder und Jugendliche sind tagt√§glich auf Webseiten, in Social Media Angeboten, Apps oder Games unterwegs. Dabei sto√üen sie auf so manche Inhalte – doch nicht alles ist f√ľr Minderj√§hrige geeignet. Problematisches wie gewaltverherrlichende Bilder, verst√∂rende Kettenmails oder sexualisierte Videos k√∂nnen junge Nutzer*innen erschrecken oder gar in ihrer Entwicklung gef√§hrden. Doch was gibt es im Internet f√ľr Regeln und Ma√ünahmen, um Heranwachsende zu sch√ľtzen?

Gesetzliche Regelungen

Genau wie bei Alkohol, Tabak oder Kinofilmen greift auch im Internet das deutsche Jugendschutzgesetz (JuSchG) – vorausgesetzt, es handelt sich um deutsche Online-Angebote, die auf deutschen Servern gespeichert sind. Genauer geregelt ist der Jugendschutz seit 2003 im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV). Er soll Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren vor Pornographie, Gewaltdarstellungen und Extremismus sch√ľtzen. Die Aufsicht dar√ľber obliegt der Kommission f√ľr Jugendmedienschutz der L√§nder (KJM). Die Landesmedienanstalten sind beauftragt, Betreiber*innen deutscher Internetseiten bez√ľglich der Einhaltung des Jugendmedienschutzes zu kontrollieren. So sind Online-Anbieter*innen dazu verpflichtet, jugendgef√§hrdende Inhalte f√ľr Minderj√§hrige, beispielsweise durch ein Altersverifikationssystem, unzug√§nglich zu machen oder zu entfernen.

Alterskennzeichnungen

Anders als etwa bei Datentr√§gern wie DVDs, gibt es im Netz keine Pflicht zur Alterskennzeichnung. Verwenden User*innen Jugendschutzprogramme, so sind sie jedoch darauf angewiesen, dass Webseiten mit einer technischen Alterskennzeichnung hinterlegt sind. Genau wie bei herk√∂mmlichen Medien k√∂nnen Betreiber*innen ihre Seiten ab 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren freigeben. Die Altersangaben sind f√ľr Internetnutzer*innen visuell nicht sichtbar, greifen aber bei der Verwendung von Jugendschutzprogrammen, indem sie gegebenenfalls herausgefiltert und f√ľr Minderj√§hrige nicht angezeigt werden.
Anders sieht es im Bereich Spiele und Apps aus. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergibt die g√§ngigen Alterskennzeichen f√ľr Online-Spiele und Apps von Nintendo, Microsoft, der Xbox, dem Google Play Store und dem Oculus Store. Die Vergabe geschieht im Rahmen des internationalen IARC-Systems (International Age Rating Coalition).
Die USK-Kennzeichnungen geben jedoch lediglich Aufschluss √ľber eine altersgerechte Eignung der Inhalte und deckt damit nur jugendschutzrelevante Gesichtspunkte wie Gewalt und Pornographie ab. Hinweise auf andere problematische Aspekte wie In-App-K√§ufe, Datenweitergabe oder ungesicherte Chats geben die USK-Siegel nicht und k√∂nnen gerade bei Apps und Online-Spielen weitere Risiken f√ľr Kinder und Jugendliche darstellen.

Technische Hilfen

Um den Schutz vor problematischen Inhalten zu erhöhen, können sich Eltern einer Reihe technischer Hilfen bedienen.
Sinnvoll bei der Nutzung von Laptops und PCs ist es, den Kindern ein eigenes Benutzerkonto einzurichten, das nur die Verwendung bestimmter Programme und Funktionen erlaubt. F√ľr Browser empfiehlt es sich, kindgerechte Startseiten wie www.meine-startseite.de w√§hlen und Kinder-Suchmaschinen wie fragFINN.de oder Blinde Kuh Google und Co vorzuziehen. Kindermailserver wie www.grundschulpost.de sch√ľtzen junge User*innen vor unangemessenen Spam-Mails und k√∂nnen nur mithilfe von Erwachsenen eingerichtet werden. Filtersoftware, z.B. JusProg von Jugendschutzprogramm.de wird auf dem Rechner installiert und filtert beim Surfen nicht altersgerechte Inhalte wie Gewaltdarstellungen oder Erotik heraus. Bei Smartphones jedes Betriebssystems l√§sst sich in den Einstellungen oder mittels Kinderschutz-Apps eine Kindersicherung f√ľr Kinder bis 12 Jahren aktivieren. So k√∂nnen beispielsweise bestimmte Funktionen des Ger√§ts oder bestimmte Apps eingeschr√§nkt werden.

Gepr√ľfte Kinderseiten

Den besten Schutz f√ľr Surfanf√§nger*innen bieten von medienp√§dagogischen Fachkr√§ften redaktionell betreute Kinderseiten wie internet-abc oder Seitenstark. Sie geben Infos und Tipps rund um das Thema Internet und verlinken ausschlie√ülich auf f√ľr Kinder empfohlene Seiten. Einsteiger*innen in sozialen Medien bewegen sich in der Fotocommunity f√ľr Kinder Knipsclub in einem sicheren Raum, um den Umgang mit Urheberrecht, Privatsph√§re und Co zu lernen. Wer interessiert an Games ist findet auf Spielaffe.de eine Vielzahl von kindgerechten Online-Spielen. Weitere Kinderseiten sind bei Klick-Tipps.net aufgef√ľhrt.

Fazit

Auch im Internet gelten Regeln und Gesetze. Der deutsche Jugendmedienschutz gilt weltweit als vorbildhaft und ist ein wichtiger Schritt hin zum sicheren Surfen f√ľr Minderj√§hrige. Doch die Grenzen des Internets gehen weit √ľber Deutschland hinaus, eine hundertprozentige Sicherheit bei Online-Angeboten besteht deshalb nicht. So Bedarf es technischer und p√§dagogischer Hilfen, um Kinder und Jugendliche in einer sicheren Umgebung auf dem Weg zu medienkompetenten Nutzer*innen zu unterst√ľtzen und zu begleiten.