Navigation überspringen

KI-generierte Texte, Bilder, Videos und Musik sind inzwischen fester Bestandteil des Internets. Insbesondere auf Social Media begegnen Nutzer*innen täglich zunehmend Inhalte, die vollständig oder teilweise mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Für diese Entwicklung hat sich ein eigener Begriff etabliertAI Slop.

Was ist AI Slop?

Der Begriff “AI Slop” (dt. KI-Schrott oder KI-Müll) beschreibt die stetig wachsende Menge an KI-generierten Inhalten im Internet und bezieht sich dabei insbesondere auf Content, der unter geringem Aufwand erzeugt wird und darauf abzielt, Reichweite und Aufmerksamkeit zu erlangen.

Charakteristisch für AI-Slop-Content sind Inhalte, die wenig informativ oder kreativ sind. Oft wirken sie beliebig und wiederholen ähnliche Muster. Inhaltlich geht es wenig um Qualität, die Beiträge werden in großen Mengen produziert, sind in der Regel frei erfunden und dienen reinen Unterhaltungszwecken, weshalb sie häufig als sinnlos wahrgenommen werden oder falsche Informationen darstellen.

Wie entsteht AI Slop?

Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung und Nutzer*innenfreundlichkeit ist das Erstellen KI-generierter Inhalte heutzutage sehr niedrigschwellig umsetzbar. Mithilfe von auf großen Sprachmodellen basierenden generativen KI-Tools wie Dall-E, Sora, Midjourney etc., können binnen weniger Sekunden Inhalte generiert werden – ganz ohne Vorkenntnisse.

Die Masse an KI-generierten Inhalten lässt sich dabei jedoch nicht ausschließlich auf menschliche Nutzung zurückführen. Eine bedeutende Rolle spielen Bots und sogenannte „Content Farms”, die gezielt große Mengen an Inhalten generieren und verbreiten. Ziel dabei ist, möglichst viele Aufrufe und Interaktionen zu ereichen, um Werbeeinnahmen zu steigern oder um bestimmte Botschaften oder Informationen schnell zu verbreiten und damit Meinungen zu beeinflussen.

Populäre Beispiele

AI-Slop-Content findet sich online mittlerweile in allen Bereichen. Die Inhalte reichen über Deepfakes von Personen des öffentlichen Lebens bis hin zu Werbeinhalten und vermeintlichen Info-Clips mit frei erfundenen „Fakten”. Besonders populär auf Social Media sind jedoch Memes, TikToks und Reels, in denen absurde oder unterhaltsame Inhalte gezeigt werden, die trotzdem echt aussehen – zum Beispiel ein Moonwalk tanzender Hund oder ein Mandarinen-Baby.

Herausforderungen

KI-generierter Content macht heutzutage einen großen Anteil der online verfügbaren Inhalte aus. Viele Nutzer*innen finden die Inhalte unterhaltsam, wobei in den Hintergrund rückt, dass hinter deren Verbreitung oftmals wirtschaftliche Interessen stehen, da hohe Reichweiten und Interaktionen dazu beitragen können, bestimmte Produkte oder Botschaften innerhalb kurzer Zeit einer großen Anzahl von Menschen zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang spielen die Algorithmen auf Social Media eine entscheidende Rolle, da sie darauf ausgelegt sind, Nutzende möglichst lang auf den Plattformen zu halten.

Authentisch wirkende Bilder, Videos oder Texte, die teilweise oder vollständig künstlich erzeugt sind, lassen sich bereits heute nur schwer von realen Beiträgen unterscheiden. Zusätzlich wird die Unterschreidung zunehmend herausfordernder, da die Menge an KI-generierten Inhalten stetig wächst und hochwertige journalistische Inhalte und Nachrichtenbeiträge in der Masse weniger sichtbar werden.

Darüber hinaus wird diskutiert, inwiefern sich der Konsum solcher Inhalte auf Nutzende auswirken kann. Der Content arbeitet in der Regel mit Reizüberflutung und setzt auf schnelle Unterhaltung, was Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit haben kann. In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Brainrot“ verwendet, der den übermäßigen Konsum stumpfer Inhalte beschreibt.

Neben den Herausforderungen für Nutzende und die Gesellschaft stellen auch ökologische Folgen eine Herausforderung dar, da das Erstellen großer Mengen von Bildern, Videos und Texten erhebliche Rechenkapazitäten und Energie erfordert.

 

Tipps und Hinweise

Eltern und Fachkräfte sollten sich bewusst machen, dass Kinder und Jugendliche online zunehmend mit KI-generierten Inhalten in Berührung kommen. Da diese Inhalte oft unterhaltsam gestaltet sind und häufig authentisch wirken können, kann es sehr schwerfallen, künstlich erzeugte Inhalte zu erkennen. 

Aufgrund der voranschreitenden Entwicklung der KI-Tools ist es heutzutage nicht immer möglich, KI-generierte von realen Inhalten zu unterscheiden. Umso wichtiger ist es, mit Kindern und Jugendlichen über die Herkunft und Glaubwürdigkeit von Online-Inhalten zu sprechen. Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, Inhalte kritisch zu hinterfragen. Es kann außerdem hilfreich sein, die  Funktionsweise von Algorithmen zu erklären, um nachzuvollziehen, weshalb entsprechende Videos innerhalb kurzer Zeit vermehrt im Feed erscheinen.