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Videokonferenztools J

Videokonferenztools

Die aktuellen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen machen es vielen Familien oder auch Jugendgruppen nicht möglich, sich persönlich zu treffen. Stattdessen sind Videokonferenztools gerade sehr beliebt, um sich virtuell zu treffen, auszutauschen oder auch gemeinsam zu kochen oder zu spielen. Dafür wird nur ein internetfähiges Endgerät mit Kamera und Mikrofon benötigt. Welche Dienste besonders beliebt sind, was dabei zu beachten ist und welche Alternativen es gibt, zeigt die folgende Auswahl:

  • Skype: Über Skype können bis zu 50 Personen an einem kostenlosen Videoanruf teilnehmen. Dieses Tool lässt sich also gut nutzen um mit der (Groß)Familie in Kontakt zu stehen, aber auch um ein Online-Treffen mit der Jugendgruppe zu organisieren. Neben den Vieoanrufen besteht die Möglichkeit, zu chatten oder auch den Bildschirm zu teilen. Für die Nutzung ist eine Registrierung mit der eigenen E-Mail-Adresse erforderlich. In Sachen Datenschutz wird die Anwendung teilweise kritisch betrachtet, da der Server in den USA sitzt und Daten für eine bestimmte Zeit abgespeichert werden.
  • Zoom: Für die Nutzung von Zoom ist eine Anmeldung mit einem Google-, Facebook- oder einem eigenen Zoom-Konto erforderlich. Auch hier kann der Bildschirm geteilt werden oder sogar ein integriertes Whiteboard genutzt werden, an welchem die Nutzenden gemeinsam arbeiten können. Somit ist das Tool auch für Jugendleitende interessant. Die Gratis-Version ermöglicht es mit bis zu 100 Personen, gleichzeitig in einer Videokonferenz zu sein – allerdings nur für 40 Minuten. Für längere Konferenzen muss die initiirende Person ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen haben. Auch hier sollte bedacht werden, dass der Server in den USA sitzt. Zudem steht Zoom bezüglich Sicherheit und Einhaltung der Datenschutzrichtlinien in der Kritik, zuletzt wegen einer Datenpanne.
  • Houseparty: Die kostenlose, englischsprachige App Houseparty bietet ebenfalls eine Plattform für Videotelefonate. Um diese App nutzen zu können, ist eine Anmeldung erforderlich. Daraufhin kann ein virtueller Video-Raum eröffnet und ebenfalls registrierte Bekannte eingeladen werden, wobei der Raum auf acht Nutzende begrenzt ist. Die App bietet außerdem die Möglichkeit, gemeinsam Spiele zu spielen. Die App birgt allerdings mehrere Risiken: So kann es zu unerwünschten Kontaktaufnahmen über den Nicknamen kommen, da dieser auch fremden Personen bei der Suche angezeigt wird. Einen weiteren Risikofaktor stellt die Datenweitergabe der App an Facebook dar.

Alternative Videokonferenztools

  • Big Blue Button: Big Blue Button ist ein Open-Source-Videokonferenztool, welches zahlreiche interaktive Funktionen bereithält, wie zum Beispiel das Teilen des eigenen Bildschirms,  ein kollaboratives Whiteboard, sogenannte Breakout-Rooms für Gruppenarbeiten oder eine integrierte Abstimmungsfunktion. Außerdem gibt es eine Aufnahmefunktion, die kritisch zu betrachten ist und immer manuell ausgeschaltet werden muss. Über einen Link können bis zu 100 Personen der Konferenz beitreten. Wichtig für eine gut funktionierende Konferenz ist stabiles Internet. Pro Teilnehmende*r mit Kamera wird eine Bandbreite von 300 Kbps und ohne Kamera von 100 Kbps empfohlen. Praktisch ist auch, dass das Tool in Online-Lernumgebungen wie beispielsweise Moodle bereits integriert ist. Big Blue Button kann jedoch nicht einfach sofort genutzt werden, wodurch es sich nicht für Familien sondern für den Einsatz in Gruppenstunden eignet. Das Tool muss auf einem Server gehostet und individuelle konfiguriert werden. Es bietet sich das kostenlose Hosten auf dem eigenen Server an oder alternativ über andere Dienstleister-Server, welche jedoch meist kostenpflichtig sind. Der Vorteil dabei ist, dass alle anfallenden Daten nur auf dem eigenen Server oder dem Server des beauftragten Dienstleisters verarbeitet werden, womit es sich um ein Datenschutz konformes Tool handelt, sofern der Server in Deutschland oder in der EU steht.
  • Jitsi Meet: Mit Jitsi Meet ist es möglich, eine Videokonferenz ganz ohne Anmeldung abzuhalten. Für eine optimale Qualität und Leistung  wird eine Gruppengröße von maximal 10 Personen empfohlen. Auf der kostenlosen Software wird sehr auf Datenschutz geachtet, weshalb ein Webbrowser oder die App für Konferenzen ausreichen. Dennoch sind aktuelle nur die 1 zu 1 Videochats Ende-zu-Ende verschlüsselt. Jitsi Meet arbeitet laut Presseinformationen aber bereits an einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch für die Kommunikation von Gruppen. Somit eignet sich die Anwendung momentan eher nur für Familien oder Freund*innen, die eine Videokonferenz über zwei Geräte abhalten. Teilnehmende können einer Konferenz ganz einfach über einen generierten Link beitreten.
  • Fairmeeting: Fairmeeting zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass das Tool abhörsicher, datenschutzkonform und klimafreundlich ist. Über Fairmeeting funktionieren Videokonferenzen ohne zeitliche Beschränkung auf fast jedem Browser. Eine Installation oder eine Registrierung sind dafür nicht nötig. Als Extra gibt es unter anderem ein Dokument, das für gemeinsame Notizen genutzt werden kann. Damit ist das Tool sowohl für den privaten Gebrauch als auch für Jugendleitende geeignet. Für die private Nutzung ist Fairmeeting kosten- und werbefrei.
  • Whereby: Die Plattform Whereby ist ein unkompliziertes Tool für Videokonferenzen. Hier muss lediglich die moderierende Person einen Account anlegen und den Link des online generierten Besprechungsraums den anderen Teilnehmenden zukommen lassen. Diese können der Konferenz ohne Anmeldung beitreten. Für Besprechungen von bis zu vier Personen ist die Anwendung kostenfrei, womit sie sich besonders für Familien eignet. Ein besonderes Feature ist die Integration von YouTube, wodurch Videos gemeinsam angesehen werden können.
  • Blizz: Eine datenschutzkonforme Onlinekonferenzlösung aus Deutschland bietet das Tool Blizz von TeamViewer. Es gibt eine Gratisversion, welche sich für Gruppen oder Familien mit bis zu fünf Personen eignet. Um eine Konferenz zu starten muss sich lediglich der*die Gastgebende ein Konto anlegen. Die anderen Teilnehmenden können dann per Link eingeladen werden oder sich per Telefon einwählen. Innerhalb dieses Tools sind das Teilen des eigenen Bildschirms und der Austausch von Nachrichten per Chat möglich. Ab sechs Euro pro Monat und Konto können bis zu zehn Personen eine Videokonferenz starten. Für weiteres Geld sind auch mehr Teilnehmende möglich.