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Social Media-Mentor*innen

Erfahrene Kinder und Jugendliche schlüpfen in einem Peer-to-Peer Projekt in die Rolle von Mentor*innen, die als Medienexpert*innen Gleichaltrigen bei Fragen des kompetenten Umgangs mit Social Media und Co beraten. Darüber hinaus entwickeln sie eigene Projekte zu medienbezogenen Themen.

Dauer: Eine Woche bis zwei Jahre
Gruppengröße: 5-15 Mentor*innen
Altersempfehlung: Ab 8 Jahre
Komplexität: Hoch. Die Mentor*innen benötigen eine gute Technikausstattung und einiges an Know How für ihre Projekte und Präsentationen.

Technik und Material

  • Internetverbindung
  • Laptops
  • Beamer
  • Smartphones
  • Tablets
  • Kamera-Equipment
  • Aufnahmegeräte
  • Moderationskoffer
  • Bastelmaterial
  • alles, was die Mentor*innen für ihre Projektdurchführungen und Präsentationen brauchen.

Beschreibung der Methode

Ziel der Methode ist es, Kinder und Jugendliche in die Vermittlung einzubinden und als Expert*innen zu qualifizieren. Zum einen sollen sie über Potenziale, Fallstricke und Handlungsalternativen der Social Media-Nutzung Bescheid wissen, zum anderen didaktisch-methodisch darauf vorbereitet sein, ihr Wissen an andere weiterzugeben. Die Mentor*innen stehen in der Einrichtung als kompetente Ansprechpartner*innen zur Verfügung, regen Diskussionen an und beraten ihre Peers bei Fragen rund um die Nutzung von Social Media. Darüber hinaus führen die Mentor*innen auch eigene Projekte on- und offline durch.

Als Mentor*innen eignen sich jene jugendlichen Medienexpert*innen, die bereit sind, ihr Wissen an andere weiterzugeben und Verantwortung zu übernehmen. Dadurch entstehen auch Partizipationschancen für Kinder und Jugendliche, die ihre medienbezogenen Kompetenzen in Schule und Jugendarbeit bislang nicht einbringen konnten.
Eine pädagogische Fachkraft als feste Ansprechperson, die motiviert, bei Fragen zur Seite steht und die Mentor*innen sowohl bei der Entwicklung ihres fachlichen Wissens, als auch ihrer methodisch-didaktischen Kompetenzen und bei der Durchführung von Projekten unterstützt, ist unabdingbar. Die Ausbildung von Mentor*innen umfasst folgende Schritte:

  1. Information/Qualifizierung und Entwickeln methodischer Konzepte
    Zuerst sollten sich die Mentor*innen einen Namen geben, der ihr Know-how deutlich macht und für Zusammenhalt und Motivation sorgt. Danach wird gemeinsam überlegt, welcher Vermittlungsbedarf im Bereich Social Media bei den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung besteht und welche Angebots- oder Projektformen denkbar sind. In Kleingruppen oder Einzelarbeit informieren sich die Mentor*innen mit Hilfe der Materialien auf webhelm.de über Sachverhalte. Denkbar ist, dass spezialisierte Teams für jeweils einen Bereich wie z.B. Datenschutz, Persönlichkeitsrechte oder Konflikte zuständig sind. Für die ersten Aktivitäten sollte eine möglichst präzise und überprüfbare Zielsetzung formuliert und ein detaillierter Ablaufplan entwickelt werden.
  2. Erste Angebote oder Projekte
    Bei der Durchführung von ersten Aktivitäten sollte die pädagogische Fachkraft eventuell unterstützend zur Hand gehen, sich aber nicht zu sehr einmischen. Die ersten Schritte sollten fotografisch – oder wenn dies von den Teilnehmenden gewünscht ist auch per Video – dokumentiert werden. Diese Aufnahmen dienen u.a. der Evaluation des Projekts oder zur Erinnerung.
    Ein Projekt könnte beispielsweise so aussehen: Die Mentor*innen gestalten einen Informationsnachmittag für Einsteiger*innen in die Welt der Social Media mit unterschiedlichen Themen von Privatsphäre-Einstellungen bis zum Umgang mit Konflikten im Netz. Die Teilnahme an dem Angebot wird mit einer Urkunde belohnt. Später folgen vertiefend Projekte zu den einzelnen Themen.
  3. Evaluation und Feedback
    Beim Feedback – das sowohl durch die pädagogische Fachkraft als auch durch die Beteiligten vermittelt wird – sollte darauf geachtet werden, dass die Motivation der Mentor*innen nicht unter der notwendigen inhaltlichen und formalen Kritik leidet. Feedbackregeln können dabei helfen. Die Anregungen sollten auf jeden Fall dokumentiert und in die Planung weiterer Aktivitäten einbezogen werden.
  4. Institutionalisierung oder Durchführung weiterer Projekte
    Auf Basis der gemachten und reflektierten Erfahrungen kann nun eine Institutionalisierung (zum Beispiel ein*e Mentor*in als feste Ansprechperson in der Einrichtung oder Jugendgruppe) oder die Planung von weiteren Projekten erfolgen. Aufgabe der Leitung ist dabei, die Mentor*innen gemäß ihren zeitlichen Kapazitäten zu weiteren Aktivitäten und Projekten zu ermutigen und sie darin zu unterstützen. Wichtig ist natürlich auch, dass die Kinder und Jugendlichen etwas für ihren Einsatz zurückbekommen. Denkbar ist beispielsweise eine Wertschätzung in Form von kleinen Präsenten oder die Würdigung bei größeren Veranstaltungen.
  5. Anregungen
    Tipps für die Umsetzung bieten unter anderem die Peer-to-Peer-Modellprojekte, die im Rahmen des Projektes peer³ – fördern_vernetzen_qualifizieren entwickelt und durchgeführt wurden. Insbesondere in der Expertise „Peer-to-Peer-Konzepte in der medienpädagogischen Arbeit“. In Baden-Württemberg wurde mehrere Jahre ein Peer-to-Peer-Modell erfolgreich an Schulen durchgeführt. Umfangreiche Materialien und weitere Informationen zu diesem Modell können unter www.schuelermedienmentoren.de abgerufen werden.

Stärken der Methode

Kinder und Jugendliche, die medial sehr aktiv sind kennen sich in der Regel gut mit den technischen, gestalterischen und kommunikativen Möglichkeiten in Social Media und Co aus. Die Peer-Group ist ein wichtiger Bezugspunkt für Kinder und Jugendliche, was das Medienhandeln, aber auch die Orientierung an gemeinsamen Werten betrifft. Durch Peer-to-Peer Konzepte wie die der Social Media Mentor*innen wird die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ermöglicht und fachliche wie soziale Kompetenzen gestärkt.

Tipps

Es sollte genügend Zeit von Seiten der Pädagog*innen eingeplant werden. Peer-to-Peer Projekte erfordern intensive Planung und Begleitung, was einen kontinuierlichen Zeitaufwand für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen bedeutet.