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Shitstorm

Image by Gerd Altmann from Pixabay
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Im Internet und besonders in Social Media kommt es immer wieder zu Konflikten und Auseinandersetzungen. Bestimmte Themen oder Meinungsverschiedenheiten können eine enorme Diskussion auslösen. Breitet sich Kritik und Empörung wellenartig und innerhalb eines kurzen Zeitraumes aus, spricht man von einem Shitstorm.

Was bedeutet Shitstorm?

Unter einem Shitstorm versteht man ein Internet-Phänomen, bei dem für einen kurzen Zeitraum Personen, Unternehmen oder Stars enormer Kritik ausgesetzt sind. Der Shitstorm ist häufig polemisch und kann in beleidigende oder verletzende Kommentare übergehen. Dabei findet der Shitstorm überwiegend auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Twitter statt.

Meist beginnt der Shitstorm mit einem Beitrag oder einer geäußerten Meinung einer einzelnen Person oder eines Unternehmens, welcher für Aufregung bei den anderen User*innen sorgt. Die Nutzenden reagieren dann negativ und pöbelnd auf einen Post. Innerhalb weniger Stunden kommentieren hunderte von User*innen einen Beitrag. Allerdings werden die Kommentare im Laufe der Zeit immer unsachlicher. Oftmals geht es nur darum, unnötige und beleidigende Kritik zu äußern.

Unterschied zwischen Kritik und Shitstorm

Nicht jede Welle an Empörung kann allerdings als Shitstorm bezeichnet werden. Oftmals wird Kritik mit einem Shitstorm verwechselt. Dabei gibt es ein Merkmal, welches den Unterschied zwischen Kritik und Shitstorm deutlich macht. Bei einem Shitstorm gibt es keine sachlichen Argumente, sondern es werden meist beleidigende Kommentare geäußert. Deshalb wird Shitstorm meist auch als „Netzhetze“ übersetzt. Personen oder Unternehmen werden dabei persönlich angegriffen und mit verletzenden Beiträgen überschüttet.

Beispiele für bekannte Shitstorms

2018 löste der schwedische Mode-Konzern H&M mit einem Foto aus ihrer Kollektion einen Shitstorm aus. Auf dem Foto war ein dunkelhäutiger Junge zu sehen, der einen Pullover mit der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ trug. Dieses Werbefoto wurde sehr stark diskutiert, da es noch weitere Pullover mit anderen Sprüchen gab, die allerdings von einem Kindermodel mit weißer Hautfarbe präsentiert wurde.

2012 gab es einen Shitstorm bei der ING-DiBa. Die Bank veröffentlichte einen Werbespot, in dem der Basketballspieler Dirk Nowitzki eine Scheibe Wurst mit den Worten „Damit du groß und stark wirst“ geschenkt bekommt. Dabei sollte die Wurst ein Symbol für die Extra-Leistungen, die die Kund*innen der ING-DiBa erhalten, darstellen. Viele Vegetarier*innen und Veganer*innen waren über den Werbespot entsetzt und überschütteten die Bank mit beleidigenden Kommentaren. Sie warfen der ING-DiBa vor, sie würden Werbung für den Fleischkonsum machen und die Massentierhaltung unterstützen. Innerhalb von kurzer Zeit stand nicht mehr der Werbespot im Mittelpunkt, sondern verschiedene Gruppen tauschten sich über das Thema Fleischkonsum aus.

Respektvoller Umgang im Netz

Kampagnen, Werbespots oder polarisierende Beiträge können Diskussionen und Auseinandersetzungen auslösen. Gerade soziale Netzwerke leben von dem Austausch der Nutzer*innen. Durch die Anonymität werden Nutzende allerdings schnell dazu verleitet, beleidigende oder feindliche Kommentare zu veröffentlichen. Dennoch gibt es auch im Netz Regeln, wozu auch der respektvolle Umgang mit seinen Mitmenschen zählt. Jede*r darf seine Meinung frei äußern, solange niemand beleidigt oder diskriminiert wird.