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Aktuelles

Screen-Video

Jugendliche inszenieren mithilfe von Fake-Profilen eine Kurzgeschichte, in der es um eine Problemsituation in Online-Medien geht. Die Besonderheit liegt darin, dass sich die gesamte Handlung auf dem Bildschirm eines Laptops oder eines Smartphones abspielt. Aus den Screen-Aufnahmen entsteht so ein außergewöhnlicher Kurzfilm.

Dauer: 8-10 Stunden
Gruppengröße: Bis zu 10 Teilnehmer_innen pro Gruppe
Altersempfehlung: Ab 12 Jahre
Komplexität: Hoch. Der Bildschirm-Dreh erfordert technisches Know-How sowie eine detaillierte Planung und sehr gutes Teamwork. Zu Beginn sollte genügend Zeit für die Entwicklung der Geschichte eingeplant werden, denn nach einer intensiven Drehbuchentwicklung ist die einzuplanende Zeit für den Schnitt überschaubarer.

Technik und Material

  • Gute Internetverbindung Laptops (je ein Gerät für 2-3 Teilnehmer_innen)
  • Alternativ: Smartphones
  • Aufzeichnungsprogramm für den Desktop z.B. VLC Media Player oder Auto Screen Recorder
  • Alternativ: Aufnahme-App für das Smartphone, z.B. AZ Screen Recorder (Android) oder per Bildschirmaufnahme (iOS)
  • Videobearbeitungsprogramm z.B. Magix, Adobe Premiere oder iMovie
  • Alternativ: Filmschnitt-App wie iMovie oder AndroVid Video Trimmer

Beschreibung der Methode

Zu Beginn tauschen sich die Teilnehmer_innen in einer gemeinsamen Diskussion über den Umgang mit Problemsituationen im Netz aus. Das kann ein Online-Konflikt in Whats-App, der Umgang mit Freundschaften auf Instagram oder der Schutz von persönlichen Daten bei Snapchat sein. Die pädagogische Fachkraft sollte dabei einen Aufhänger geben, die Diskussion strukturieren und zu dem von ihr gewünschten Thema hinführen. Danach wird die Methode Screen-Video z.B. anhand eines Beispielclips erklärt. Gemeinsam entwickeln die Teilnehmer_innen anschließend eine Geschichte mit einer Hauptperson, z.B. ein Junge, der beim Chatten in einen Konflikt gerät. Die Geschichte sollte kurz und prägnant sein.

Filmproduktion

Als ersten Schritt der Filmproduktion müssen verschiedene erfundene Profile auf Plattformen angelegt werden (WhatsApp, Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, tumblr, etc.) und mit Inhalten gefüllt werden. Diese Phase ist besonders wichtig, da die Teilnehmer_innen die Möglichkeit haben, mit anderen Identitäten zu experimentieren, sich in die jeweiligen Rollen ihrer Pseudonyme einfinden und während dem Film auch in dieser Rolle agieren sollen.
Nach der Drehbuchentwicklung und Profilerstellung in den verschiedensten Netzwerken sollte eine Phase des Ausprobierens eingeplant werden. Die Teilnehmer_innen haben hier die Chance in ihrer Rolle zu agieren und auszutesten. So entstehen oft auch noch neue Ideen, die für den Film spannend sein könnten. Besonders wichtig ist hierbei eine gute Internetverbindung.
Im dritten Schritt verteilen sich die Teilnehmer_innen in verschiedene Räume und der Live-Post kann beginnen. Empfehlenswert ist es, eine Hauptfigur festzulegen und den Bildschirm von dieser Person aus zu filmen, sonst verliert man leicht den Überblick.
Im Anschluss wird das Material gesichtet und geschnitten und zum Abschluss im Plenum präsentiert und diskutiert.

Stärken der Methode

Der Mix aus Rollenspiel mittels Fakeprofilen im Netz und intensiver thematischer Auseinandersetzung im Vorfeld, lockern anstrengende Themen wie Cybermobbing oder Datenschutz auf und macht den Teilnehmer_innen sehr viel Spaß. Im Gegensatz zu den üblichen Filmproduktionen, in denen gezeigt wird, wie Jugendliche im Netz und im echten Leben Opfer von Datenklau, Fake News oder Cybermobbing werden, bietet diese Art des Films einen völlig neuen Ansatz. Sie lässt den Film dort stattfinden, wo die Handlung passiert: im Internet.

Tipps

Bei der Erstellung der Fakeprofile ist unbedingt darauf zu achten, dass urheber- und persönlichkeitsrechtlich unbedenkliches Material gefilmt und verwendet wird. Beim Dreh bietet es sich an, die Story mehrmals zu „spielen“.