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Recherchekompetenz

Schnell etwas googlen, Nachrichten auf YouTube anschauen oder sich für ein Referat bei Wikipedia informieren – das Internet wird von Kindern und Jugendlichen auf vielfältige Weise als Informationsquelle genutzt. Innerhalb kurzer Zeit lassen sich im Netz Antworten auf fast alle Fragen finden. Doch welche Suchergebnisse sind relevant, wie erkennt man Fake News und welche Quellen sind vertrauenswürdig? Nur wer sich in der Informationsflut zurechtfindet, kann das Internet als Wissensspeicher richtig für sich nutzen. Als ein wichtiger Teil der Medienkompetenz umfasst die Recherchekompetenz (auch Informationskompetenz genannt) die Fähigkeit zur effektiven und reflektierten Recherche im Netz. Es geht darum, nach gewünschten Informationen gezielt zu suchen, aus der Fülle der Ergebnisse die Relevanten auszuwählen und sie kritisch zu bewerten.

Suchmaschinen

Besonders häufig bei der Recherche verwenden Heranwachsende Suchmaschinen, nämlich 85 Prozent der 12-19-Jährigen mehrmals pro Woche (JIM-Studie 2017). Etwas googeln ist inzwischen zu einem Synonym für die Internetsuche geworden. Eine gute Recherche im Netz bedeutet jedoch mehr, als einen Suchbegriff in eine Suchmaske einzugeben. Bei der Wahl der Suchmaschine fängt die Recherchekompetenz an. Rund 90 Prozent der deutschen User_innen benutzen Google, als größte Suchmaschine liefert sie am meisten Treffer. Im Vergleich zu werbefreien und diskreten Anbietern wie DuckDuckGo oder Start Page bietet sie jedoch vor allem im Bereich Datenschutz einige Nachteile. Für jüngere User sind Suchmaschinen für Kinder wie blinde-kuh.de oder fragfinn.de ein geeigneter Einstieg in die Internetrecherche.

Suchstrategien

Eine effektive Suchstrategie gehört zum kompetenten Umgang mit Suchmaschinen. Tipps und Tricks zur Optimierung von Suchanfragen gibt es viele, z.B. die Mehrwortsuche oder der Einsatz spezieller Suchbefehle wie der Phrasensuche oder dem Ausschluss von Suchbegriffen. Auch die Verwendung englischsprachiger Begriffe kann von Vorteil sein. Je präziser der Suchbegriff eingegeben wird, desto passender sind die Ergebnisse.

Online-Lexika

Häufig führt eines der ersten Suchergebnisse zu einem Online-Lexikon. Für Kinder und Jugendliche sind sie eine beliebte Informationsquelle, ob zur Vorbereitung eines Referats oder um etwas über den neuen Lieblingssänger zu erfahren. Etwa ein Drittel der 12-19-Jährigen nutzen sie regelmäßig, um sich über Sachverhalte zu informieren (JIM-Studie 2017). Wikipedia ist wohl das bekannteste Lexikon im Internet. Galt Wikipedia anfangs noch als unseriös, wird sie inzwischen von vielen Nutzenden als vertrauenswürdige Quelle herangezogen. Da bei Wikipedia prinzipiell jede_r auch Autor_in sein kann, sollte sie dennoch mit Vorsicht verwendet werden. Die Weblinks am Ende jedes Artikels helfen, Informationen mittels zweiter und dritter Quellen zu prüfen. Für Kinder eignet sich das Klexikon als Einstieg in die Welt der Online-Lexika.

Fake News und Social Bots

Seit dem US-Wahlkampf 2016 sind Fake News und Social Bots in aller Munde und verunsichern Internetnutzer_innen weltweit. Falschmeldungen sind so alt wie die Massenmedien selbst; mit dem Internet hat die Thematik jedoch an Brisanz zugenommen. Denn seitdem im Web 2.0 Nutzer_innen zu „Produser_innen“ (engl. producer + user) geworden sind, ist das Verbreiten von Fake News prinzipiell jedem möglich. Gerade in Sozialen Netzwerken müssen Informationen daher stets sorgfältig auf ihre Echtheit geprüft werden. Auch die Autorenschaft eines Beitrags sollte kritisch hinterfragt werden. So verbergen sich hinter einer Nachricht oder einem Kommentar auf Facebook und Co zuweilen nämlich keine Menschen, sondern Computerprogramme namens Social Bots. Sie reagieren automatisch auf Schlagwörter und Hashtags und können so ganze Debatten und Stimmungsbilder verzerren. Über Phänomene wie Social Bots und Fake News Bescheid zu wissen und dieses Wissen bei der Social Media-Nutzung auch anwenden zu können ist daher für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Teil ihrer Medienkompetenz.

Bewertung von Informationen

Im Dschungel der Informationen ist es gerade für Heranwachsende oft schwer, die Glaubwürdigkeit von Internetquellen einzuschätzen. Welche Webseiten kann ich zitieren? Wie erkenne ich, ob ein Autor seriös ist? Und wie finde ich heraus, ob die Information noch aktuell ist? Prüfkriterien können Orientierung geben, Informationen richtig zu bewerten. Sie fragen z.B. nach der Identität des Verfassers, dem Hintergrund des Autors, der Aktualität der Webseite, der Objektivität der Quelle, der Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen oder dem Gesamteindruck der Webseite. Gerade bei der Erkennung von Fake News können diese Kriterien helfen, Falsch- oder Desinformationen zu erkennen. Dennoch muss die Nachricht oder die Internetquelle nicht seriös sein, obwohl sie alle Prüfkriterien erfüllt. Deshalb gilt: Je mehr sich Kinder und Jugendliche aktiv und reflektiert mit dem Thema Internetrecherche befassen, desto erfahrener werden sie im Umgang mit Informationsquellen. Eine gesunde Skepsis sollten sie sich dabei stets bewahren.