Zum Hauptinhalt springen

No Blame Approach – Methode zur Bewältigung von Mobbing

Der No Blame Approach ist eine effektive Methode, um Mobbing unter Schüler*innen zu begegnen und diese Problematik zu lösen. Dabei geht es besonders darum auf Schulzuweisungen und Bestrafungen zu verzichten.

Was macht den No Blame Approach aus?

Der No Blame Approach (Ansatz ohne Beschuldigung) stellt eine wirksame Methode dar, um Mobbing, vor allem in Schulen oder anderen pädagogischen Institutionen, zeitnah und nachhaltig zu begegnen und zu beenden. Der aus England stammende Ansatz existiert bereits seit Mitte der 80er Jahre. Später wurde er von Heike Blum und Detlef Beck weiterentwickelt und in drei Schritte aufgeteilt. Er eignet sich für alle Schulformen und für ein breites Altersspektrum.

Bei dieser Vorgehensweise wird sich auf die Bewältigung von komplexen Mobbing-Problematiken fokussiert. Dabei wird vollkommen auf Schuldzuweisungen und Strafen verzichtet. Zudem werden alle am Mobbing beteiligten Personen mit in den Gruppenprozess zur Lösung des Problems einbezogen und bekommen somit die Verantwortung für die Lösung des Problems übertragen. Es geht vor allem darum, Ideen und Vorstellungen zu entwickeln, wie eine bessere Situation für die vom Mobbing betroffene Person herbeigeführt werden kann. Das Besondere am No Blame Approach ist, dass es keine Problemfokussierung gibt und der Ansatz somit als lösungsorientiert und zeitgleich auch als zukunftsorientiert beschrieben werden kann. Der Fokus liegt vor allem auf den Ressourcen und Fähigkeiten, die die beteiligten Kinder und Jugendliche von sich aus mitbringen. Damit können sie gemeinsam eine nachhaltige und wirksame Lösung für die Mobbing-Problematik entwickeln.

Wichtige Prinzipien

Wichtig zu erwähnen ist, dass es bei der Anwendung des No Blame Approachs nicht unbedingt nötig ist, über Details in Bezug auf die Mobbing-Situation Bescheid zu wissen. Zudem sollen alle Beteiligten freiwillig Teil des Prozesses sein. Das bedeutendste Prinzip macht jedoch der Verzicht auf Schuldzuweisungen und Sanktionen aus.

Innerhalb des Ansatzes werden alle beteiligten Kinder und Jugendliche stets als Helfer*innen und/oder Unterstützer*innen angesprochen. Innerhalb des Gruppenprozesses suchen alle Beteiligten gemeinsam nach einer Lösung, ohne, dass auf sie Druck von außen ausgeübt wird. Durch das gemeinsame Problemlösen wird allen Beteiligten Verantwortung zugesprochen. Ihnen wird von den Fachkräften aus viel Vertrauen gegenüber gebracht, eigenständig eine Lösung finden zu können.

Vorgehensweise

Der No Blame Approach sieht eine klare Struktur der Methode vor, indem in drei Schritten vorgegangen wird, die jeweils aufeinander folgen. Als erster Schritt ist ein Gespräch mit der vom Mobbing betroffenen Person vorgesehen. Ziel davon ist es, dass der*die betreffende Schüler*in der geplanten Methode vertraut und gleichzeitig positiv der Annahme gegenüber steht, dass sich die schwierige Situation beenden lässt. Während des Gesprächs ist es wichtig, dass deutlich wird, welche Schüler*innen an dem Mobbing beteiligt sind. Dabei wird jedoch auf nachhackende Fragen und das Befragen der betreffenden Person zu genauen Details des Mobbings verzichtet.

Als nächster und zentralster Schritt folgt das Gespräch mit der Unterstützungsgruppe. Diese muss zunächst gebildet werden. Dafür werden die Hauptakteur*innen des Mobbings, Mitläufer*innen und auch Kinder und Jugendliche, die zwar keine aktive Rolle innerhalb des Mobbing-Prozesses spielen, jedoch zu einer Lösung beitragen könnten, miteinbezogen. Die beiden Entwickler*innen dieser Schritte empfehlen eine Gruppe von sechs bis acht Schüler*innen.

Als dritter und damit letzter Schritt stehen Nachgespräche an. Diese finden circa ein bis zwei Wochen später statt und erfolgen einzeln mit der Lehrperson. Es geht dabei um die Entwicklung der Situation in der Zwischenzeit.

Tipps für Fachkräfte

Eine detailliertere Beschreibung der Vorgehensweise innerhalb des No Blame Approachs bieten die Entwickler*innen der drei Schritte, Heike Blum und Detlef Beck, auf ihrer Internetseite. Hier finden sich beispielsweise Gesprächsleitfaden sowie weiterführende Links und Literatur. Zudem werden auf Nachfrage hin Fortbildungen in der Anwendung der Methode angeboten. Die Kontaktdaten finden sich hier.