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Mit ihren Aktionen im Netz sorgen Anonymous regelmäßig für Schlagzeilen. Diese sind meist politisch motiviert und zielen darauf ab, gewissen Organisationen oder Personen zu schaden oder bestimmte Themen in die Öffentlichkeit zu rücken. Der von ihnen betriebene Aktivismus durch Hacking wird oftmals auch als „Hacktivismus“ bezeichnet.

Wer steckt hinter Anonymous?

Hinter dem Internetphänomen verbirgt sich eine Gruppe von Hacker*innen, die in der Öffentlichkeit nur maskiert auftreten. Dabei tragen Mitglieder von Anonymous meist Guy-Fawkes Masken und verwenden einen Stimmverzehrer, sodass nicht auf ihre Identität geschlossen werden kann. Der Name „Anonymous“ leitet sich von der Standardbezeichnung „Anonymous“ für unregistrierte Nutzer*innen auf englischsprachigen Online-Plattformen ab. Da es weder eine offizielle Führung noch gefestigte Strukturen gibt, kann sich im Prinzip jede*r dem Kollektiv anschließen und bei Aktionen mitwirken.
Deshalb gibt es auch kein offizielles Gründungsdatum des Kollektivs. Bekannt ist, dass die ersten Mitglieder von Anonymous Nutzer*innen der Seite 4chan waren. In den frühen 2000ern sind ihre Aktionen eher als Online-Streiche zu werten. Ab 2008 rückte das Kollektiv jedoch immer weiter mit politischen Aktionen an die Öffentlichkeit heran.

Ziele

Anonymous hat sich zum Ziel gesetzt, Menschenrechte und Meinungsfreiheit zu stärken. Der Leitgedanke, welcher immer wieder in ihren Videobotschaften zu hören ist, lautet: „Wir sind Anonymous. Wir sind viele. Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht. Erwartet uns.“ Um diese Ziele umzusetzten, nutzen die Mitglieder von Anonymous ihre Fähigkeiten als Hacker*innen. Dabei legen sie teilweise ganze IT-Systeme von Organisationen lahm, infiltrieren Gruppen oder veröffentlichen geheime Daten. Das Kollektiv Anonymous kommuniziert seine Ziele und Aktivitäten hauptsächlich über soziale Netzwerke.

Aktionen des Hackerkollektivs

Seit ihrem ersten Auftreten haben sich Anonymous zu zahlreichen Aktionen bekannt. Hier sind einige Beispiele für ihre Tätigkeiten:

  • Eine der ersten großen Aktionen von Anonymous waren Cyberangriffe auf die Scientology-Sekte im Jahr 2008. Mitglieder des Kollektivs legten Websites lahm und organisierten Demonstrationen.
  • Im Jahr 2011 startete Anonymous eine große Aktion gegen Pädophile im Netz. Sie verschafften sich Zugang zu Pädophilen-Plattformen im Darknet und sammelten Daten, um die Nutzer*innen später anzuzeigen.
  • 2021 hackten Mitglieder von Anonymous die Social-Media-Kanäle von Attila Hildmann, der Verschwörungstheorien über das Coronavirus verbreitete.
  • Auch beim Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 kündigte Anonymous Cyberangriffe auf Russland an, indem sie russische Sender und Regierungswebsites lahmlegten.

Tipps und Hinweise

Obwohl Anonymous für einige Aktionen kritisiert wurde und genutzte Methoden als fragwürdig angesehen werden können, hat das Kollektiv auch dazu beigetragen, wichtige Themen ins Rampenlicht zu rücken und Diskussionen über die Rolle von Technologie in der Gesellschaft anzuregen. Eltern und Fachkräfte können die Berichterstattung über Anonymous zum Anlass nehmen, mit Jugendlichen differenziert über Themen wie Ethik im Internet, Datenschutz und digitale Verantwortung zu sprechen.

Erstellt am 26.04.2024