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zurück Jugendredaktion Eisenblaudruck K J

Eisenblaudruck

Beim Blaudruck, auch Cyanotypie genannt, handelt es sich für eine der ältesten Formen der Fotografie. Dafür werden zwei Chemikalien gemischt, die eine lichtempfindliche Lösung bilden und unter UV-Licht reagieren. So entstehen Bilder mit einer außergewöhnlichen Optik.

Dauer: je nach Vorbereitung
Gruppengröße: grundsätzlich beliebig, optimal sind Gruppen bis zu 12 Teilnehmer*innen
Altersempfehlung: ab etwa 6 Jahren
Komplexität: mittel

Material:

  • Ammoniumeisen(III)-Citrat und Kaliumferricyanid (im Internet bestellbar)
  • leere Honig-Gläser o.ä.
  • Abgedunkelter Raum
  • zu bedruckendes Material (säurefreies Papier, Holz, Stoff, Leinwände ect.)
  • Schwammpinsel
  • Rahmenlose Bilderrahmen, bestenfalls mit Plexiglasscheibe
  • Beliebige Gegenstände wie Blätter, Blumen, Schnipsel, Federn, Knöpfe…
  • Latex-Handschuhe für die Teilnehmer*innen
  • Maler-Kittel/alte Hemden o.ä. und ggf. Munschutz für die Teilnehmer*innen
  • Wasser-Wannen
  • Essig-Essenz

Beschreibung

Um die besonderen Bilder zu verwirklichen, bedarf es einer lichtempfindlichen Lösung, die mithilfe von zwei Chemikalien aus der Apotheke angerührt werden muss. Dabei handelt es sich um Ammoniumeisen(III)-Citrat und Kaliumferricyanid. Um 50 ml herzustellen, benötigt man etwa 5 g von ersterer und 2 g von letzterer Chemikalie. Die beiden Mittel werden mit je 25 ml Wasser gemischt und in den Honig-Gläsern zusammengerührt. Sobald die Flüssigkeiten aufeinandertreffen, sind sie lichtempfindlich – dieser Schritt sollte also bereits in einem nur schwach durch eine Glühbirne beleuchteten Raum durchgeführt werden.

Im Anschluss wird das zu bedruckende Papier – alternativ kann auch Holz, Stoff oder eine Leinwand verwendet werden – dünn mit der Lösung eingepinselt (mithilfe der Schwammpinsel) und danach auf dem Boden auf Zeitungspapier getrocknet.
Ist das Papier komplett trocken, wird es auf die Rücktseite des Bilderrahmens (die Platte) gelegt, darüber werden von den Kindern ausgesuchte Gegenstände platziert, die noch gepresst werden müssen – das können zum Bespiel Federn oder Blumen sein. Darauf wird die Plexiglasscheibe platziert. Auf die Scheibe wiederum können auf Wunsch noch 3-D-Elemente mit klaren Formen gelegt werden, die nicht gepresst werden können, zum Beispiel Würfel. So können kreative Muster entstehen.

Nun wird das ganze sehr vorsichtig mit Sonnenlicht in Berührung gebracht und beispielsweise auf einen großen  Tisch gelegt – dabei sollte nichts mehr verrutschen, da die Belichtung sofort beginnt, wenn das Papier auf UV-Licht trifft. Die Dauer der Belichtung hängt von der Intensität des Sonnenlichts ab und ist sehr unterschiedlich, sie kann von einer Minute bis zu einer halben Stunde reichen. Daher ist es sehr wichtig, die Bilder im Auge zu behalten – bei zu langer Belichtung gehen die Konturen der Objekte verloren, bei zu kurzer Belichtung sind kaum Kontraste erkennbar.

Gleich neben der Belichtungsstation sollten zwei Wannen mit Wasser bereitstehen, eine hiervon sollte einen Schuss Essigessenz enthalten. Das Bild wird nach der Belichtung zügig zunächst im Essig-Wasser, anschließend in der zweiten Wanne mit klarem Wasser ausgewaschen. Neben den Wannen sollte Zeitungspapier ausgelegt sein, auf die das Papier nach dem Auswaschen zum Trocknen gelegt wird.

Alternativ zum Sonnenlicht kann die Belichtung zum Beispiel bei Regen auch mithilfe einer UV-Lampe (z. B. alter Gesichtsbräuner) durchgeführt werden.

Stärken der Methode

Beim Blaudruck können die Teilnehmer*innen ihre Kreativität ausleben und ein von ihnen selbst gestaltetes Kunstwerk mit nach Hause nehmen, das ein Gefühl von Stolz sowie die Lust auf Fotografie und kreative Bildgestaltung wecken kann. Zudem erleben sie, wie ein meist abstrakt anmutendes Vorhaben einfach realisiert und so in etwas Greifbares verwandelt wird und können eine der ältesten Formen der Fotografie selbst ausprobieren.

Tipps

Die Lösung lässt sich sehr schlecht aus Kleidungsstücken herauswaschen, weshalb es sinnvoll ist, die Eltern im Vorfeld darüber zu informieren, dass die Teilnehmer*innen Kleidung tragen sollten, die schmutzig werden darf. Direkter Hautkontakt mit der Lösung sollte vermieden werden.