Navigation überspringen

UNBUBBLE bringt Menschen verschiedener Ansichten und Wertevorstellungen zusammen und lässt sie über kontroverse Themen diskutieren. Dabei sollen unterschiedliche Perspektiven sichtbar und ein Austausch über gesellschaftliche Fragen ermöglicht werden. Kann es mit diesem Format gelingen komplexe Themen abzubilden und gleichzeitig unterschiedliche Meinungen anzunähern?

Worum geht’s bei dem Format? 

Die Grundidee des ZDF-Formats UNBUBBLE besteht darin, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Ansichten miteinander ins Gespräch zu bringen. In moderierten Diskussionsrunden tauschen sich die Gäste über gesellschaftlich relevante und oft kontroverse Themen aus. Im Fokus steht dabei nicht nur Expert*innenwissen, sondern vor allem Erfahrungen, Werte und Einstellungen der Teilnehmenden. 

Zu UNBUBBLE gehören verschiedene Formate, unter anderem Zweierdebatten, Diskussionsrunden, Specials und Reportagen. Das wohl bekannteste Format ist 13 Fragen. Bei diesem Format werden zwei unterschiedliche Positionen von jeweils drei Teilnehmenden vertreten. Dabei steht eine Frage oder These im Raum, zu der sich die sechs Teilnehmenden auf dem Spielfeld körperlich positionieren. Die moderierende Person stellt jeweils einer/einem Teilnehmenden eine Frage und diese*r antwortet darauf. Stimmen Teilnehmende der Gegenposition dem Gesagten zu, können sie einen Schritt nach vorne machen. Lehnen sie das Gesagte ab, machen sie einen Schritt zurück. Ziel ist es, dass die Gegenpositionen sich im Kompromissfeld annähern.

Die Themen, die im Rahmen von UNBUBBLE diskutiert werden, sind häufig kontrovers, darüber hinaus werden als Vertreter*innen der Positionen häufig Personen ausgewählt, für die die Themen in besonderem Maße relevant sind. So diskutieren in „Soldat vs. Gen Z: Wehrpflicht – ja oder nein„ beispielsweise drei junge Aktivist*innen mit einem Bundeswehrsoldaten. In anderen Folgen treffen weniger gegensätzliche Positionen aufeinander. In der Folge „Sind alle Männer scheiße?„, verstehen sich beispielsweise alle Teilnehmenden grundsätzlich als Feminist*innen, definieren diesen Begriff jedoch unterschiedlich und bringen ihn mit unterschiedlichen Handlungsanforderungen in Verbindung.

Das Format kann dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Menschen mit verschiedenen Weltbildern und Wertevorstellungen miteinander ins Gespräch zu bringen. Das Erklären der unterschiedlichen Standpunkte und Erfahrungen kann verdeutlichen, dass gesellschaftliche Fragen unterschiedlich bewertet werden können. Sowohl Teilnehmende als auch Zuschauer*innen erhalten dabei Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten und Sichtweisen, mit denen sie im eigenen Umfeld möglicherweise wenig in Kontakt kommen.

Herausforderungen 

Während die UNBUBBLE-Formate Austausch und Annäherung fördern können, gibt es auch Aspekte, die kritisch zu sehen sind.  

Um in der begrenzten Zeit diskutiert werden zu können und für die Zuschauenden gleichzeitig interessant gestaltet zu sein, müssen gesellschaftliche Themen teilweise vereinfacht werden. Die diskutierten Themen sind jedoch häufig deutlich komplexer und lassen sich im realen Leben selten so konstruktiv ausdiskutieren wie im geschützten Rahmen der Show. 

Dass die Gegenpositionen sich annähern ist einerseits wichtig. Andererseits gibt es auch Themen, bei denen die Vertreter*innen stark gegensätzliche Positionen einnehmen. Hier stellt sich die Frage, ob eine Kompromissfindung überhaupt ein realistisches Ziel darstellen kann oder die Gegenüberstellung der Positionen möglicherweise auch dazu dient, kontroverse Diskussionen besonders unterhaltsam für die Zuschauer*innen zu gestalten. 

Der Fokus liegt in UNBUBBLE-Formaten in der Regel auf Meinungen und persönlichen Erfahrungen. Diese können hilfreich sein, die Perspektive anderer zu verstehen, sind jedoch nicht automatisch repräsentativ oder neutral. Gerade bei komplexen gesellschaftlichen oder politischen Themen kann das Format daher hilfreich sein ein Meinungsbild zu erfassen, sollte jedoch nicht als reine Informationsquelle genutzt werden. 

Zuschauende sollten außerdem bedenken, dass in der Regel keine Alltagssituationen gezeigt werden, sondern dass es sich um professionell produzierte und inszenierte Formate handelt. Die Teilnehmer*innen werden zuvor ausgewählt, die Fragen werden nicht improvisiert und außerdem können Moderation, Schnitt und Gestaltung die Darstellung beeinflussen.

Tipps und Hinweise

UNBUBBLE kann gemeinsam mit Jugendlichen angeschaut werden, um über unterschiedliche Meinungen und Perspektiven ins Gespräch zu kommen. Beim gemeinsamen Anschauen einer Folge oder einzelner Ausschnitte kann beispielsweise darüber gesprochen werden, wie die Teilnehmenden ihre Positionen vertreten. Dabei kann z.B. diskutiert werden, welche Argumente nachvollziehbar sind. Mit Blick auf die polarisierenden Themen sowie die teilweise starken Gegenpositionen zwischen den Teilnehmenden sollte darüber hinaus jedoch thematisiert werden, welche Unterschiede es zwischen persönlichen Erfahrungen, Meinungen und überprüfbaren Informationen gibt.

Auch die Gestaltung des Formats kann gemeinsam hinterfragt werden. Gerade für Jugendliche kann es schwierig sein einzuordnen, dass die Diskussion nicht unverändert abgebildet wird, sondern auch durch die Darstellung beeinflusst werden kann. Dafür kann beispielsweise überlegt werden, wie und wem welche Fragen gestellt werden, welche Personen vielleicht häufiger zu Wort kommen und wie Aspekte wie der Schnitt und die Moderation sich auf die Diskussion auswirken können.

Dabei sollte auch reflektiert werden, dass UNBUBBLE gesellschaftliche Diskussionen in einem speziell dafür geschaffenen Rahmen zeigt. Die Auswahl der Teilnehmenden, die Fragen und die zeitliche Begrenzung können dazu führen, dass komplexe Themen anders aufgegriffen werden als in alltäglichen Gesprächen.