Persönlichkeitsrechte

Persönlichkeitsrechte schützen vor Eingriffen in den persönlichen Lebensbereich und davor, dass persönliche Dinge und Angelegenheiten ungefragt in die Öffentlichkeit gebracht werden.
Zu den Persönlichkeitsrechten gehören u.a. das Recht der persönlichen Ehre, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, das Recht am eigenen Bild, das Recht am eigenen Namen, das Recht auf Schutz der Privat-, Geheim- und Intimsphäre, das Recht auf Schutz vor Imitationen der Persönlichkeit.

 
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Flyer über Grundlagen zu Persönlichkeitsrechten

 
Jeder hat ein Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, solange er andere nicht in ihrer Freiheit verletzt. Dieses „Persönlichkeitsrecht“ ist im Grundgesetz verankert und umfasst unter anderem das Recht der persönlichen Ehre, welches vor Beleidigungen schützt, den Schutz der Privat-, Geheim- und Intimsphäre, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, also das Recht, selbst entscheiden zu dürfen, welche Daten man von sich preisgibt, und das Recht am eigenen Bild.
Ein Problem beim Hochladen von Fotos und Videos ist häufig, dass die gezeigte Person das ganze peinlich findet und gar nicht möchte, dass es alle im Internet anschauen und kommentieren können. Doch noch bevor sie die Chance hat das zu sagen, steht das Partyfoto schon online und ist mit ihrem Profil verlinkt. Rechtlich gesehen ist so etwas nicht in Ordnung.

Denn jeder hat automatisch das „Recht am eigenen Bild“. Das heißt: Bilder und Videos von dir dürfen nur im Internet veröffentlicht werden, wenn du damit einverstanden bist. Dieses Recht hast du immer. Es gilt bei ganz normalen Fotos und Videoclips, aber natürlich erst recht auch bei solchen, die deine Privatsphäre verletzen, die dir vielleicht peinlich sind oder die heimlich aufgenommen wurden.

1. Sprich die betreffende Person direkt an und bitte sie, das Bild oder Video zu löschen. Oft ist es der anderen Person einfach nicht bewusst, wenn dir ein Bild unangenehm ist. Setz am besten gleich eine Frist und bitte darum, dass das Bild oder Video innerhalb von drei Tagen oder eine Woche gelöscht wird.

2. Wenn die betreffende Person sich weigert, das Bild zu löschen, kannst du die Melde-Funktion des Netzwerks nutzen oder es anderweitig kontaktieren – dieses sollte das Bild oder Video daraufhin löschen. Das Netzwerk hat selbst Interesse an der schnellen Entfernung derartiger Bilder und Videos, da es durch die Verbreitung des Inhalts ebenso das Recht am eigenen Bild verletzt wie die Person, die das Bild oder Video ursprünglich hochgeladen hat.

3. Außerdem kannst du dich an die Datenschutzaufsichtsbehörde wenden, die für den Anbieter zuständig ist. Eine Liste mit den zuständigen Behörden gibt es hier.

4. Wenn das alles nichts hilft, kann man rechtliche Schritte einleiten – dies solltest du vor allem dann tun, wenn Drohungen oder Identitätsdiebstahl mit im Spiel sind. Achte dabei besonders darauf, dass du die Vorgänge dokumentierst. Das kann z.B. durch Screenshots oder Herunterladen der besagten Dateien geschehen.

Ja, die gibt es. Bilder von großen Menschenmengen, zum Beispiel bei Konzerten oder Demos, dürfen ohne Einverständniserklärungen veröffentlicht werden. Wichtig ist, dass keine Personen im Vordergrund stehen und gut zu erkennen sind.

Auch Bilder von Personen öffentlichen Zeitgeschehens, also Stars oder Politiker, dürfen veröffentlicht werden, solange sie nicht die Intimsphäre verletzen und den Betroffenen unangenehm sind.

In den kostenlosen Broschüre „Nicht alles was geht, ist auch erlaubt“ und „Ich bin öffentlich ganz privat“ von klicksafe und iRights.info gibt es weitere Informationen zum Thema.