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Tipps gegen Tracking

Cookies, GPS, Apps, IP-Adressen und der digitale Fingerabdruck bilden grundsätzliche Ansatzpunkte, um ein Tracking weitgehend zu unterbinden oder zumindest zu erschweren. Vollständige, umfassende Sicherheit und Anonymität kann es jedoch, trotz größter Vorsicht nach aktuellem Stand nicht geben. Dennoch sind einige Maßnahmen sinnvoll und ohne erheblichen Aufwand absolut empfehlenswert.

Blocken von Cookies

Cookies geben den Betreibern von Internetseiten Informationen über diejenigen, die eine Webseite aufrufen. Generell ist es möglich, über die individuellen Einstellungen der jeweils verwendeten Browser, das Setzen von Cookies zu erlauben oder Cookies zu deaktivieren. Vor allem Cookies von Drittanbietern sollten unbedingt geblockt werden, da unklar ist, was genau mit den dabei erhobenen Daten passiert und an wen sie weitergereicht werden. Allerdings kann ein generelles Deaktivieren von Cookies dazu führen, dass bestimmte Internetseiten nicht oder nicht mehr vollständig aufgerufen werden können. Auch die Einstellung do not track, die bei einigen Webbrowsern wählbar ist, und den Anbietern von Webseiten signalisiert, dass kein Tracking erfolgen soll, ist eine Möglichkeit das Tracking zumindest zu hemmen. Das generelle Problem ist allerdings hierbei, dass diese Option lediglich für trügerische Sicherheit sorgt, da Internetanbieter diese Einstellung ignorieren dürfen. Einzig allein das konsequente Löschen von Cookies nach jedem Internetbesuch und das generelle Verbot von Cookies der Drittanbieter gewährleistet ein Mindestmaß an Privatsphäre. Dringend empfehlenswert ist zudem, den Verlauf oder die Chronik nach jedem Internetbesuch zu löschen.

Blocken von GPS

So sinnvoll es sein mag, über GPS unkompliziert ortsspezifische Daten immer und überall sofort zu erhalten, so einfach ist es, aus diesen Ortungs-Daten Bewegungsprofile zu erstellen. Daher sollte sehr gut überlegt werden, Browsern oder Tablets und Smartphones die Erlaubnis über Informationen des jeweiligen eigenen Standortes zu überlassen. Zudem fordern viele Apps, die Berechtigung den aktuellen Standort des verwendeten Gerätes auszulesen, ohne dass dies von den Anwendenden überhaupt bemerkt wird. Trotzdem: In den meisten Fällen, ist es zwar ein wenig umständlicher die Standortfunktion bei Bedarf jeweils neu zu aktivieren und anschließend wieder zu deaktivieren, aber generell besitzt die Abschaltung des GPS ebenfalls in puncto Privatsphäre einen Mehrwert.

Blocken von Berechtigungen bei Apps

Vor allem für Smartphones und Tablets werden gerne Apps genutzt. Allerdings fordern viele dieser Apps Berechtigungen ein, die für das Funktionieren der App eigentlich gar nicht unbedingt erforderlich sind und die nahelegen, dass damit ausspioniert werden soll. Hier sollte jeder selbst gründlich darüber nachdenken, inwieweit die eigene Privatsphäre aufgegeben wird, denn jede Installation eines dieser Programme, bedeutet potenziell ein mehr an Tracking. Werden die Berechtigungen dann eingeschränkt, dann ist oft das Ausführen der Apps leider nicht mehr möglich.

Zudem sind bei einigen Apps, wie zum Beispiel Facebook, weitere Apps (Partnerprogramme) eingebettet, die von den anfallenden Daten profitieren. Daher ist es sehr sinnvoll, zu überprüfen, welche Apps jeweils zusätzlich miteinander verwoben sind. Meist ist es nur ein Klick und diese Berechtigungen, oft ohne einen Verlust an Funktionalität, aufzuheben.

Blocken von IP-Adressen

Die möglicherweise effektivste Möglichkeit, das Tracking am Computer zu unterbinden sind Anonymisierungstechniken, bei denen Internetseiten nicht direkt aufgerufen werden, sondern Suchaufträge über andere Server umgeleitet werden. Einige Virenscanner bieten überaus komfortabel diese sehr wirkungsvolle Möglichkeit. Auch das Programm Tor, das im Browser implementiert wird, nutzt diese Technik. Allerdings wird bei Tor nicht nur der Suchauftrag als Ganzes umgeleitet, er wird zudem auch noch auf andere Server aufgesplittet, um so ein anonymes Surfen zu gewährleisten. Der entscheidende Problempunkt dabei ist allerdings, dass möglicherweise beim Senden verschlüsselter Daten (beispielsweise Passwörter), diese von Fremden ausgelesen werden könnten. Denn Tor entfernt die Verschlüsselung, um die Seitenabfrage in Paketen weiterzuleiten. Kurz Tor ist zum Surfen gut geeignet, Internetkäufe, Banking oder ähnliche, verschlüsselte Dienste, die Passwörter oder ähnliches fordern, sollten keinesfalls über Tor laufen.

Generell sollte zudem berücksichtigt werden, dass viele Webseiten unbemerkt kleine Zusatzprogramme von den Browsern verlangen, die sogenannten Skripte, wie flash, java oder shockwave. Diese Skripte lassen interaktive Inhalte oder das Abspielen von Filmen zu. Doch diese Skripte stehen nicht ganz zu Unrecht im Verdacht, Tracking quasi durch die Hintertüre, trotz Anonymisierungstechniken, zu ermöglichen. Die Skripte lassen sich daher, durch entsprechende Add-ons in den jeweiligen Browsern, generell abschalten. Allerdings öffnen sich dann die entsprechenden Seiten oft nicht mehr vollständig und manchmal sogar überhaupt nicht.

Auch bei der Wahl der Suchmaschine kann auf ein höheres Maß an Anonymität Wert gelegt werden. Im Netz existieren einige Suchmaschinen wie „duckduckgo“, die die Gefahren des Trackings ernst nehmen und eventuell eine interessante Alternative zu Google darstellen. Zudem gibt es mit dem Browser CLIQZ eine modifizierte Firefox Version, bei der Skripte standardmäßig geblockt werden.

Eine generelle Empfehlung ist hier jedoch kaum möglich, da bei Einsatz all dieser Techniken, der Seitenaufruf zum einen oft langsamer wird und zum anderen es manchmal etwas umständlich ist, bei den Add-ons jeweils bestimmte Seiten, durch das Akzeptieren der Skripte einzeln nachträglich wieder freizuschalten.

Weitere Möglichkeiten bieten VPN-Netzwerke, bei denen die Daten, wie durch einen Tunnel vor fremden Blicken geschützt, übertragen werden. Aber auch bei diesen „digitalen Tarnkappen“ sollten die Skripte unbedingt im Auge behalten werden, da es trotz VPN-Technik damit unter Umständen möglich ist, IP-Adressen und weitere Informationen auszulesen.

Schließlich bieten Proxy-Server ebenfalls Anonymisierungsmöglichkeiten durch das Zwischenschalten eines Servers, der quasi als Filter zwischen Internetseitenanfrage und Internetseitenanbieter fungiert und dabei die eigene IP-Adresse vollständig verdeckt. Im Internet existieren Listen mit frei verfügbaren Proxy-Servern, deren Arbeitsweise und Vertrauenswürdigkeit jedoch kaum nachvollziehbar ist. Um einen Proxy-Server überhaupt nutzen zu können, muss die Internetverbindung zudem jeweils neu manuell konfiguriert werden. Oft werden die Dienste der Proxy-Server nur temporär angeboten, sodass es sich empfiehlt, nach deren Nutzung die Internetverbindung auf die vorherige, normale Einstellung zurückzustellen, weil sonst keine Internetverbindung mehr zustande kommt. Eleganter geht dies mit speziellen Programmen, die per Mausclick auf einen Proxy-Server automatisch umschalten. Dennoch sollte immer bedacht werden, dass die eigenen Daten dann auf meist völlig unbekannte Server ausgelagert werden.

Blocken des digitalen Fingerabdrucks

Selbst ohne IP- und MAC-Adresse ist es möglich, ein internetfähiges Gerät eindeutig zu identifizieren. Vereinfacht gesagt, werden dazu über den Browser sämtlich verfügbare Informationen aus dem jeweiligen Rechner, wie Bildschirmauflösung, installierte Schriftarten oder Browser-Plugins ausgelesen, die für sich allein genommen eigentlich völlig harmlos sind, zusammengenommen aber einen digitalen Fingerabdruck des Rechners ergeben. Eine technische Verfeinerung dieser Methode gibt es durch das Canvas-Fingerprinting, wobei entscheidend ist, dass die präparierten Internetseiten, je nach benutztem Gerät, wenn auch nur minimal, anders aussehen und dieses Profil dann zum Zweck des Trackings ausgewertet wird. Die Technik zum Auslesen liegt wiederum in den Skripten. Werden die Skripte jedoch im Browser überwacht und deren Ausführung gegebenenfalls blockiert, bietet das einen gewissen zusätzlichen Schutz. Über sogenannte Whitelists kann dann das Ausführen der Skripte auf vertrauenswürdigen Seiten dann wieder erlaubt werden. Derartige Skript-Blocker sind zum Beispiel Ghostery von CLIQZ oder Noscript für den Browser Firefox.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es leider nur eingeschränkt möglich ist, ein Tracking umfassend zu unterbinden. Dennoch kann durch den Einsatz von Virenscannern, die gewissenhafte Wahl und Einstellung des Browsers, das konsequente Löschen des Verlaufs und der Cookies, das Ausschalten der Ortungsfunktion, den genauen Blick auf Skripte und Berechtigungen der Apps, die Wahl der Suchmaschine und eventuell die Verwendung eines vertrauenswürdigen VPN-Netzwerkes einiges in puncto Trackingabwehr gewonnen werden – immer vorausgesetzt, dass jeder selber mit den eigenen Daten verantwortungsvoll umgeht.