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Selfieübung

Bei dieser Selfieübung werden die Teilnehmer_innen spielerisch mit den Themen mediale Selbstdarstellung und Bildrechte konfrontiert und für mögliche Probleme sensibilisiert.

Dauer: 60 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Altersempfehlung: Kinder ab 6 Jahren
Komplexität: mittel

Technik und Material

  • Smartphones oder Tablets zur Erstellung der Selfies
  • Beamer und Laptop
  • Verbidungskabel zur Präsentation der Selfies

Beschreibung der Methode

Als Einstieg werden den Teilnehmenden Selfies in unterschiedlichen Perspektiven und Konstellationen präsentiert. Kostenfreies Bildmaterial hierzu ist beispielsweise auf Datenbanken wie pixabay.com, unsplash.com oder pexels.com zu finden. Im Plenum erörtern die Teilnehmenden, was auf den Bildern zu sehen ist und warum diese wohl gemacht worden sind. In Anlehnung können die Teilnehmenden überlegen, ob und warum sie selbst Selfies oder andere Fotos im Internet veröffentlichen und worauf sie dabei achten. Danach werden die technischen Voraussetzungen für ein gelungenes Selfie erörtert. Anhand von Beispielbildern wird erläutert, wie Perspektive, Hintergrund und Lichtverhältnisse das Selfie beeinflussen.

Im Anschluss finden sich die Teilnehmenden in Gruppen von vier bis fünf Personen zusammen, um ein gemeinsames Selfie zu erstellen. Dazu erhält jede Gruppe einen gesonderten Arbeitsauftrag für einen bestimmten Selfie-Typ, den die Gruppe gemeinsam umsetzen muss. Die Selfie-Typen, die zu Auswahl stehen sind:

  • Relfie: Der Name „Relfie“ setzt sich aus den englischen Begriffen „Relationship“ (dt.: Beziehung) und „Selfie“ zusammen. Damit ist ein Paar-Selfie gemeint.
  • Feetselfie: „Feetselfie“ setzt sich aus den englischen Begriffen „Feet“ (dt.: Füße) und „Selfie“ zusammen. Damit ist ein Selfie gemeint, auf dem nur Füße zu sehen sind.
  • Shelfie: „Shelfie“ setzt sich aus den englischen Begriffen „Shelf“ (dt.: Regal) und „Selfie“ zusammen. Damit ist ein Selfie gemeint, bei dem sich ein Regal im Hintergrund befindet. Im Vordergrund kann eine Einzelperson oder eine Gruppe zu sehen sein.
  • Sugly: „Sugly“ ist aus den Begriffen „Selfie“ und „Ugly“ (dt.: hässlich) zusammengesetzt. Dabei ist ein möglichst hässliches Selfie gemeint.
  • Helfie: Bei einem Helfie handelt es sich um ein Bild der eigenen Frisur(en). Der Begriff setzt sich aus „Hair“ (dt. Haar) und „Selfie“ zusammen.
  • Belfie: Der Name „Belfie“ setzt sich aus den Begriffen „Butt“ (dt.: Po) und „Selfie“ zusammen. Es handelt sich also um ein Foto vom eigenen Hinterteil
  • Ussie: Als „Ussie“ bezeichnet man ein Selfie, auf dem eine ganze Gruppe zu sehen ist. Es setzt sich aus den Wörtern „Us“ (dt.: Wir) und „Selfie“ zusammen.

Innerhalb von fünf Minuten müssen die Teilnehmenden nun ein Selfie produzieren, das dem Arbeitsauftrag entspricht und mit dem sie zufrieden sind. In der großen Gruppe werden die ausgewählten Selfies präsentiert und besprochen. Im Anschluss an die Diskussion werden alle Fotos gelöscht.

Nun wird auf die Themenschwerpunkte „Bildrechte“ übergeleitet. Dazu fragt die Gruppenleitung die Teilnehmenden, ob sie die Bilder theoretisch veröffentlichen dürfte. Damit wird das Thema „Recht am eigenen Bild“ aufgegriffen und von der Gruppenleitung erläutert. Anschließend leitet die Gruppenleitung zum Urheberrecht über. Sollte die Methode bei Kindern im Grundschulalter durchgeführt werden, bietet es sich an, die etwas sperrigen Themen mithilfe von Videos zu erläutern. Auf der Webseite des Knipsclubs werden die Themen „Urheberrecht“ und „Das Recht am eigenen Bild“ mithilfe von Stop-Motion-Filmen auf kindgerechte Weise erklärt.

Anhand von Beispielbildern und -Fällen kann das gerade erlernte Wissen nun erprobt und vertieft werden. Nachdem die rechtlichen Grundlagen gefestigt worden sind, wird der Fokus auf mediale Selbstdarstellung gelegt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden Gründe zusammengetragen, warum und wie man sich online präsentiert. Wie viel sollte von der eigenen Privatsphäre preisgegeben werden und wo liegt die Grenze? Worauf sollte geachtet werden und welche Tricks können helfen? Gemeinsam mit den Teilnehmenden können nun Faustregeln für einen kompetenten Umgang mit Sozialen Netzwerken erarbeitet werden, zum Beispiel keine Fotos von Leuten hochzuladen, die man vorher nicht um Erlaubnis gefragt hat.

Stärken der Methode

Durch die Selfie-Übung werden Kinder und Jugendliche spielerisch zu den Themen mediale Selbstdarstellung und Bildrechte hingeführt. Die Gruppenarbeit fördert sowohl ihre sozialen Kompetenzen als auch ihre Medienkompetenz. Der Themenschwerpunkt „Bildrechte“ schult die Teilnehmenden hinsichtlich eines bedachten und kompetenten Umgangs mit Bildmaterial und urheberrechtlich geschützten Produkten. Außerdem werden die Kinder und Jugendlichen dahingehend sensibilisiert, welche Themen im Internet vermieden werden sollten und wo in die Privatsphäre anderer eingedrungen wird. Durch die Einheit soll zum Überdenken und Hinterfragen des eigenen Online-Verhaltens angeregt werden.