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Hate Speech: Hetze im Netz

Hate Speech: Hetze im Netz

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Beleidigende und menschenverachtende Kommentare, abwertende Bilder, Aufrufe zur Gewalt gegen bestimmte Gruppen von Personen – diese und weitere hasssch√ľrende Inhalte im Netz lassen sich unter dem Begriff Hate Speech (deutsch: Hassrede) zusammenfassen. Darunter versteht man Diskriminierung in Sozialen Netzwerken und auf anderen Plattformen im Internet gegen Personengruppen, die auch im realen Leben immer wieder Opfer von Ausgrenzung und Anfeindungen werden – zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihres K√∂rpers, ihres Geschlechts oder ihrer Sexualit√§t. Durch Hate Speech entsteht ein feindliches Klima, das auch Gewalttaten im realen Leben ausl√∂sen kann, wie die Brosch√ľre „Hate Speech – Hass im Netz – Informationen f√ľr Fachkr√§fte und Eltern“ der Landesanstalt f√ľr Medien NRW und der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS) aufkl√§rt.

Hater und Trolle

Darin werden typische Muster von Hate Speech aufgezeigt: Zum Beispiel eine plakative Bildsprache, die bewusste Verbreitung uninformierter oder falscher Aussagen, die Tarnung als Humor oder Ironie sowie das Bedienen von Stereotypen durch bestimmte Begriffe wie ‚ÄěAsylantenflut‚Äú. Sogenannte Hater, also diejenigen, die Hate Speech im Netz betreiben, bedienen zudem h√§ufig eine Wir/Die-Rhetorik, beispielsweise in Aussagen wie ‚ÄěDie bedrohen unsere Frauen‚Äú.

Solche verallgemeinernden und hetzerischen Inhalte basieren auf realen Diskriminierungsstrukturen, die sich jedoch durch das Internet noch verst√§rken k√∂nnen. Es gibt kein direktes Gegen√ľber, dem es in die Augen zu schauen gilt und das vielleicht heftig widersprechen k√∂nnte. Viele untersch√§tzen zudem die M√∂glichkeit, strafrechtlich f√ľr Hate Speech im Internet belangt zu werden. Kommentare lassen sich hier schnell, einfach und wenn gew√ľnscht anonym abgeben. Minderheiten k√∂nnen mit ihren Meinungen durch die Omnipr√§senz im Netz wie eine viel gr√∂√üere, breitere Gruppe wirken, die sich dann gerne als Sprachrohr der unterdr√ľckten oder schweigenden Mehrheit inszeniert. Zu diesem Zweck werden sogar eigens Leute engagiert und bezahlt, die gezielt Kommunikation st√∂ren und bestimmte Ideologien propagieren ‚Äď die sogenannten Trolle.

Rechtliche Lage und Tipps f√ľr P√§dagogen und Eltern

Trolle und Hater verstecken sich bei ihren Hassreden h√§ufig hinter dem Argument der Meinungsfreiheit. Diese hat allerdings Grenzen und darf von Gesetzes wegen beispielsweise nicht missbraucht werden, um herabw√ľrdigende Schm√§hkritik zu √§u√üern, Pers√∂nlichkeitsrechte zu verletzen oder die W√ľrde des Menschen anzutasten. Betroffene k√∂nnen in solchen und weiteren F√§llen rechtlich gegen Hater und Trolle vorgehen. Diese k√∂nnen unter Umst√§nden beispielsweise wegen √∂ffentlicher Aufforderung zu Straftaten, Volksverhetzung oder √ľbler Nachrede belangt werden.

Eltern und p√§dagogische Fachkr√§fte sollten Kinder und Jugendliche daf√ľr sensibilisieren, was hinter hasserf√ľllten Botschaften im Netz steckt und was sie dagegen tun k√∂nnen. Hetz-Kommentare und Co. sollten zun√§chst den Betreibenden der Seite gemeldet werden, sodass sie gel√∂scht werden. Unter Umst√§nden sind, wie oben erw√§hnt, auch rechtliche Schritte angemessen. Heranwachsende sollten ermutigt werden, sich einzumischen, auch wenn sie nicht direkt selbst betroffen sind. Die sogenannte Counter-Speech, also Gegenrede, ist ein Akt der Zivilcourage und signalisiert Betroffenen, dass sie nicht alleine sind. Auf der Website no-hate-speech.de finden sich zahlreiche, bei Heranwachsenden sehr beliebte Memes, Gifs, Videos und Spr√ľche, die dabei helfen, Hatern und Trollen zu widersprechen und zu einer offenen Netzkultur beizutragen. Allerdings m√ľssen sich Jugendliche, die gegen Hate Speech argumentieren, auch bewusst sein, dass sie damit h√§ufig selbst zur Zielscheibe werden. Viele weitere Informationen und Tipps finden sich auch auf klicksafe.de.