Zum Hauptinhalt springen
zurĂŒck

Themen

/ Konflikte im Netz
Hate Speech: Hetze im Netz

Hate Speech: Hetze im Netz

Photo by rawpixel.com from Pexels

Beleidigende und menschenverachtende Kommentare, abwertende Bilder, Aufrufe zur Gewalt gegen bestimmte Gruppen von Personen – diese und weitere hassschĂŒrende Inhalte im Netz lassen sich unter dem Begriff Hate Speech (deutsch: Hassrede) zusammenfassen. Darunter versteht man Diskriminierung in Sozialen Netzwerken und auf anderen Plattformen im Internet gegen Personengruppen, die auch im realen Leben immer wieder Opfer von Ausgrenzung und Anfeindungen werden – zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihres Körpers, ihres Geschlechts oder ihrer SexualitĂ€t. Durch Hate Speech entsteht ein feindliches Klima, das auch Gewalttaten im realen Leben auslösen kann, wie die BroschĂŒre „Hate Speech – Hass im Netz – Informationen fĂŒr FachkrĂ€fte und Eltern“ der Landesanstalt fĂŒr Medien NRW und der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS) aufklĂ€rt.

Hater und Trolle

Darin werden typische Muster von Hate Speech aufgezeigt: Zum Beispiel eine plakative Bildsprache, die bewusste Verbreitung uninformierter oder falscher Aussagen, die Tarnung als Humor oder Ironie sowie das Bedienen von Stereotypen durch bestimmte Begriffe wie „Asylantenflut“. Sogenannte Hater, also diejenigen, die Hate Speech im Netz betreiben, bedienen zudem hĂ€ufig eine Wir/Die-Rhetorik, beispielsweise in Aussagen wie „Die bedrohen unsere Frauen“.

Solche verallgemeinernden und hetzerischen Inhalte basieren auf realen Diskriminierungsstrukturen, die sich jedoch durch das Internet noch verstĂ€rken können. Es gibt kein direktes GegenĂŒber, dem es in die Augen zu schauen gilt und das vielleicht heftig widersprechen könnte. Viele unterschĂ€tzen zudem die Möglichkeit, strafrechtlich fĂŒr Hate Speech im Internet belangt zu werden. Kommentare lassen sich hier schnell, einfach und wenn gewĂŒnscht anonym abgeben. Minderheiten können mit ihren Meinungen durch die OmniprĂ€senz im Netz wie eine viel grĂ¶ĂŸere, breitere Gruppe wirken, die sich dann gerne als Sprachrohr der unterdrĂŒckten oder schweigenden Mehrheit inszeniert. Zu diesem Zweck werden sogar eigens Leute engagiert und bezahlt, die gezielt Kommunikation stören und bestimmte Ideologien propagieren – die sogenannten Trolle.

Rechtliche Lage und Tipps fĂŒr PĂ€dagogen und Eltern

Trolle und Hater verstecken sich bei ihren Hassreden hĂ€ufig hinter dem Argument der Meinungsfreiheit. Diese hat allerdings Grenzen und darf von Gesetzes wegen beispielsweise nicht missbraucht werden, um herabwĂŒrdigende SchmĂ€hkritik zu Ă€ußern, Persönlichkeitsrechte zu verletzen oder die WĂŒrde des Menschen anzutasten. Betroffene können in solchen und weiteren FĂ€llen rechtlich gegen Hater und Trolle vorgehen. Diese können unter UmstĂ€nden beispielsweise wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten, Volksverhetzung oder ĂŒbler Nachrede belangt werden.

Eltern und pĂ€dagogische FachkrĂ€fte sollten Kinder und Jugendliche dafĂŒr sensibilisieren, was hinter hasserfĂŒllten Botschaften im Netz steckt und was sie dagegen tun können. Hetz-Kommentare und Co. sollten zunĂ€chst den Betreibern der Seite gemeldet werden, sodass sie gelöscht werden. Unter UmstĂ€nden sind, wie oben erwĂ€hnt, auch rechtliche Schritte angemessen. Heranwachsende sollten ermutigt werden, sich einzumischen, auch wenn sie nicht direkt selbst betroffen sind. Die sogenannte Counter-Speech, also Gegenrede, ist ein Akt der Zivilcourage und signalisiert Betroffenen, dass sie nicht alleine sind. Auf der Website no-hate-speech.de finden sich zahlreiche, bei Heranwachsenden sehr beliebte Memes, Gifs, Videos und SprĂŒche, die dabei helfen, Hatern und Trollen zu widersprechen und zu einer offenen Netzkultur beizutragen. Allerdings mĂŒssen sich Jugendliche, die gegen Hate Speech argumentieren, auch bewusst sein, dass sie damit hĂ€ufig selbst zur Zielscheibe werden. Viele weitere Informationen und Tipps finden sich auch auf klicksafe.de.