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Push-Nachrichten, endlose Feeds und ständige Erreichbarkeit gehören längst zu unserem Alltag. Die Vielzahl an Reizen, die dabei täglich auf uns einwirken führen bei vielen zu Überlastung und StressGenau hier setzt ein Trend an, der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat: Digital Decluttering. Gemeint ist damit das bewusste Ausmisten und Ordnen digitaler Inhalte mit dem Ziel, das eigene Mediennutzungsverhalten bewusster und reflektierter zu gestalten. 

Digital Decluttering oder Social Media Detox? 

Auf den ersten Blick ähnelt Digital Decluttering einem Social-Media-Detox: Beide Trends verfolgen das Ziel, Stress zu reduzieren und den Umgang mit digitalen Medien bewusster zu gestalten. Der Unterschied liegt jedoch im Ansatz: Während ein Detox häufig durch radikalen Rückzug und Offline-gehen praktiziert wird, ist Digital Decluttering langfristiger angelegt und weniger radikal. Statt komplett auf Social Media zu verzichten, geht es darum, die Online-Zeit gezielt zu gestalten. Digital Decluttering kann einen Detox sinnvoll unterstützen, indem problematische Inhalte aussortiert und Nutzungsmuster verändert werden. Im Gegensatz zum kurzfristigen Verzicht bietet sich dadurch die Chance auf nachhaltige Veränderungen im digitalen Alltag.

So funktioniert Digital Decluttering 

Ein erster Schritt ist das Ausmisten von Apps. Ungenutzte Anwendungen verbrauchen nicht nur Speicherplatz, sondern senden oft unnötige Benachrichtigungen. Auch Apps, die viel Zeit kosten, ohne echten Mehrwert zu bieten, sollten kritisch hinterfragt werden. Hilfreich ist die Regel: möglichst nur eine App pro Funktion behalten. Ebenso wichtig ist das Reduzieren von Benachrichtigungen. Push-Mitteilungen, Gruppenchats oder Broadcasts können stumm gestellt werden, um Unterbrechungen zu minimieren. Eine übersichtliche Startseite mit sortierten Widgets und App-Ordnern sorgt zusätzlich für mehr Ruhe. Beim Kuratieren des Feeds gilt: Entfolgen oder stummschalten von Accounts, die Stress auslösen, Vergleiche fördern oder negativ stimmen. Stattdessen lohnt es sich, gezielt Creator*innen zu folgen, deren Inhalte inspirieren und authentisch sind. Auch gewisse Einstellungen in den jeweiligen Apps können helfen, bestimmte Inhalte bewusst auszublenden. Nicht zuletzt schafft das Freiräumen von Speicher Entlastung, etwa durch das Auslagern von Fotos in die Cloud oder das Löschen alter Dateien.  

Allgemein kann es hilfreich sein, Digital Decluttering in regelmäßigen Abständen zu wiederholen und sich bewusst zu machen, ob der eigene Feed guttut oder Inhalte eher belasten. Ebenso entlastend ist es, Freund*innen und andere Kontakte über veränderte Online-Gewohnheiten zu informieren. So lassen sich Erwartungen klären und sozialer Druck reduzieren.

Tipps und Hinweise

Jugendlichen fällt es oft schwer, digitale Prioritäten zu setzen und die eigene Mediennutzung kritisch zu reflektieren. Eltern können hier unterstützen, indem sie den ersten Impuls geben und das Thema offen ansprechen. Wichtiger ist dabei, Jugendliche zum Digital Decluttering zu ermutigen, anstatt Vorgaben zu machen. Das Agieren als Vorbild kann dabei hilfreich sein. Zum Beispiel kann das Aussortieren von Apps oder Social-Media-Accounts gemeinsam angegangen werden. Fragen wie „Was magst du an diesem Account?“ oder „Tut dir dieser Inhalt gut?“ fördern Reflexion, ohne zu bewerten, und stärken die Selbstverantwortung der Jugendlichen.