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Aktuelle Fragen für Fachkräfte

Für das webhelm-Team spielt neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auch der Austausch mit Fachkräften und Eltern eine wichtige Rolle. Im alltäglichen Leben und auf den vielseitigen Veranstaltungen tauchen dabei immer wieder ähnliche Fragen auf. An dieser Stelle finden Sie aktuelle Antworten auf wechselnde Fragen, die uns häufig gestellt werden. Wenn Sie selbst eine solche Frage haben, können Sie sich gerne an unser Team wenden.

„Muss es immer WhatsApp als Messenger sein?“

Der große Reiz an WhatsApp besteht darin, dass es von sehr vielen Menschen genutzt wird. Das erzeugt auch einen gewissen Druck, die App zu benutzen, um nicht von der Kommunikation mit anderen ausgeschlossen zu sein. Gleichzeitig gibt es seit Jahren Bedenken, die den Umgang der App mit persönlichen Daten betreffen. Seit WhatsApp 2014 von Facebook aufgekauft wurde, haben sich diese Bedenken noch größer geworden. Wer den Messenger benutzt, stimmt unter anderem zu, dass die auf dem Smartphone gespeicherten Telefonnummern und Kontakte an WhatsApp weitergegeben werden. Nach deutschem Recht ist das ohne die Einwilligung der Personen gar nicht zulässig.
Es gibt sehr gute Alternativen zu WhatsApp: z.B. Signal, Wire und Threema. Bei allen ist die Kommunikation Ende-zu-Ende verschlüsselt. Signal und Wire sind kostenlose Open Source-Messenger (Open Source: der Quellcode des Programms ist für alle einsehbar, so dass genau geprüft werden kann, was das Programm mit den Daten macht). Die Verschlüsselung von Signal wird mittlerweile auch bei WhatsApp eingesetzt. Threema wird von einem Schweizer Unternehmen betrieben und kostet einmalig ca. 3€. Im Vergleich zu WhatsApp liegen die Daten nicht auf Servern in den USA, sondern in der Schweiz. Alle drei sind WhatsApp vorzuziehen. Die große Schwierigkeit ist es, genug Menschen davon zu überzeugen. Es ist sinnvoll, dass Eltern sich untereinander absprechen, um einen alternativen Messenger durchzusetzen.

„Stimmt es, dass bei Snapchat alle Fotos und Videos nur kurz zu sehen sind und sie danach komplett verschwinden?“

Bei Snapchat können Bilder und Videos verschickt werden. Nach dem Betrachten verschwinden diese automatisch wieder. Sie werden jedoch nicht wirklich gelöscht. Stattdessen wird die Dateiendung geändert, so dass sie nicht mehr als Bilder und Videos erkannt werden. Deshalb werden sie zunächst nicht mehr angezeigt und lassen sich über die gängigen Apps nicht anschauen. Mit etwas technischem Wissen lassen sich die Dateien jedoch auf dem Gerät finden und wiederherstellen. Zusätzlich ist es möglich ein Bildschirmfoto während des Betrachtens zu machen. Der Sender wird zwar von Snapchat darüber informiert, dass ein Screenshot gemacht wurde, verhindert wird die Speicherung nicht. Mittlerweile gibt es auch spezielle Apps, die es ermöglichen, alle ungeöffneten Bilder und Videos auf das eigene Gerät herunterzuladen. Im Zweifelsfall also lieber zwei Mal überlegen, ob bestimmte Inhalte wirklich auf Snapchat geteilt werden sollten.

„Handy-Spiele wie ‚Clash Royal‘ bergen enormes Suchtpotential. Sie binden Kinder mit einem ausgeklügelten System von Belohnungen, Aufstieg und sozialem Druck (Mitspieler im ‚Clan‘). Wie lassen sich die Kinder hier sinnvoll schützen?“

Für die Mediennutzung müssen schon frühzeitig gemeinsame Regeln aufgestellt werden, also nicht erst ab der 5. Klasse. In der Pubertätsphase ist es besonders schwer, Kinder mit Regeln zu erreichen. Hier bedarf es sensiblen Regeln, die konsequent eingehalten werden. Dabei ist es auch wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Die Regeln sollten gemeinsam mit den Kindern ausgehandelt werden. Starre Systeme mit von den Eltern vorgegebenen Zeitregeln bringen in der Regel wenig. Die Zeitregeln müssen mit den Kindern ausgehandelt werden. Da kann es auch für Wochenenden und Ferien Ausnahmen geben. Die Schule und auch andere Aktivitäten dürfen dabei jedoch nicht zu kurz kommen.

„Ist das Streamen von Filmen und Musik im Internet illegal?“

Lange Zeit galt das Streamen von Medien im Internet als rechtliche Grauzone. Die Begründung dabei war, dass die Inhalte nicht gespeichert werden, sondern sich nur für die Zeit der Mediennutzung im Arbeitsspeicher des Gerätes befinden. Mittlerweile gibt es jedoch verschiedene Fälle, in denen das Streaming von nicht-lizenzierten Inhalten verurteilt wurde. Gleichzeitig werden die legalen Angebote im Internet immer besser. Die Mediatheken verschiedener Fernseh- und Radiosender, YouTube und Spotify sowie kostenpflichtige Video-On-Demand-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime und Maxdome bauen ihr Angebot immer weiter aus. Die kostenpflichtigen Anbieter ermöglichen zum Teil auch das Herunterladen der Musik und Filme, so dass nicht immer eine Internetverbindung benötigt wird. YouTube, Spotify, Netflix und Co sind auch für viele Kinder und Jugendliche bereits eine ernstzunehmende Alternative zu traditionellen Angeboten. Vom Streamen über fragwürdige Seiten im Internet ist dagegen abzuraten. Auch, wenn die Rechtsprechung dazu noch widersprüchlich ist, es gibt mittlerweile genug seriöse und legale Anbieter.

„Was bedeutet Cyber-Grooming?“

Mit dem Begriff Cyber-Grooming (im deutschen Sprachgebrauch sinngemäß Internet-Anbahnung) wird das gezielte Ansprechen von Personen im Internet mit dem Ziel der Anbahnung sexueller Kontakte bezeichnet. Es kann sich demnach um eine besondere Form der sexuellen Belästigung im Internet handeln.

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