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Aktuelle Fragen für Fachkräfte

Für das webhelm-Team spielt neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auch der Austausch mit Fachkräften und Eltern eine wichtige Rolle. Im alltäglichen Leben und auf den vielseitigen Veranstaltungen tauchen dabei immer wieder ähnliche Fragen auf. An dieser Stelle finden Sie aktuelle Antworten auf wechselnde Fragen, die uns häufig gestellt werden. Wenn Sie selbst eine solche Frage haben, können Sie sich gerne an unser Team wenden.

„Ab wann darf ein Kind ein Smartphone haben?“

Auf diese Frage lässt sich keine allgemeingültige Antwort geben, denn sie hängt vor allem vom individuellen Reifegrad des Kindes ab. Ist es in der Lage, Risiken im Netz zu erkennen und weiß es, wie man sich davor schützen kann? Laut Schau Hin erreichen Kinder dieses Verständnis etwa ab einem Alter von 12 Jahren. Davor kann man statt eines Smartphones aber auf ein klassisches Handy ohne Internetzugang und mit weniger Funktionen zurückgreifen, das dem Kind zum Erreichen der Eltern sowie im Notfall zur Verfügung steht.

„Was sind eigentlich Influencer*innen?“

Ein Influencer oder eine Influencerin ist eine Person, die in sozialen Netzwerken besonders einflussreich ist und hohe Zahlen an Follower*innen aufweist. Inhaltlich bedienen Influencer*innen eine große Bandbreite an Themen, besonders beliebt sind Themenkomplexe wie Gaming, Mode, Beauty oder Lifestyle. Gerade für Heranwachsende sind Influencer*innen häufig Idole, an denen sie sich orientieren und zu denen sie eine parasoziale Beziehung aufbauen. Um sich zu finanzieren, nutzen viele Influencer*innen ihre Bekanntheit, um für bestimmte Produkte und/oder Unternehmen zu werben. Dies bezeichnet man als Influencer-Marketing. Da Kinder und Jugendliche eine wichtige Zielgruppe für die Werbebotschaften von Influencer*innen darstellen, ist es wichtig, ihnen die Vermarktungsstrategien von Influencer*innen zu erläutern und ein kritisches Bewustsein für werbliche Inhalte zu stärken.

„Was tun bei Cybermobbing in Online-Games?“

Mit Cyber-Mobbing ist das absichtliche und systematische Beleidigen, Bedrohen oder Verleumden einer Person im Internet gemeint. Dabei handelt es sich um wiederkehrende, oftmals anonyme Attacken. Auch in Online-Spielen kann es zu Cyber-Mobbing kommen. Gerade wenn neue Spieler anfangs schlecht abschneiden, werden sie teilweise stark gedemütigt und beleidigt.

Für Eltern ist es besonders wichtig, sich für das Online-Spielverhalten ihrer Kinder zu interessieren und mit ihnen darüber zu sprechen, sodass diese das Gefühl haben, sich im Falle von Cyber-Mobbing vertrauensvoll an ihre Eltern wenden zu können. Wenn Heranwachsende ein neues Spiel ausprobieren möchten, kann es zuvor ratsam sein, sich gemeinsam mit ihnen in der jeweiligen Spiel-Community nach Hinweisen auf Cyber-Mobbing und zu hohem Wettbewerbsdruck umsieht.

Sind Kinder oder Jugendliche von Cyber-Mobbing in Online-Games betroffen, sollte mit ihnen über die potentiellen Ursachen der beleidigenden Nachrichten gesprochen werden – häufig ist der Grund schlichtweg Frust vonseiten der mobbenden Person. Hetzerische Kommentare sollten gemeldet werden. Juuuport und die Nummer gegen Kummer bieten Beratungs- und Hilfsangebote für Heranwachsende. Sollten Fälle von Cyber-Mobbing an Fachkräfte herangetragen werden, sind diese unbedingt ernst zu nehmen. In besonders gravierenden Fällen ist es sinnvoll, die Polizei zu verständigen, denn Cyber-Mobbing ist strafbar.

„Wie lange sollten Kinder Fortnite oder andere Online-Games spielen? Was ist zu viel?“

Wie viel Eigenverantwortlichkeit jungen Fortnite-Spieler*innen bezüglich der Zeitplanung zugemutet werden sollte, hängt natürlich vom Alter und Reifegrad des Kindes oder Jugendlichen ab. Schau Hin empfiehlt für Kinder ab 10 Jahren ein Wochenkontingent an Spielstunden, das etwa neun Stunden die Woche nicht überschreiten sollte. Man kann sich bei der Festlegung auch an folgender Regel orientieren: zehn Minuten Medienzeit pro Lebensjahr am Tag oder eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche. Zusätzlich sollte man unbedingt darauf achten, dass das Kind regelmäßig Pausen einlegt, um zu essen, zu trinken, die Augen zu entspannen und sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Bei der Einhaltung des Zeitkontingents ist beispielsweise beim Spiel Fortnite zu bedenken, dass einzelne Runden hier je nach Verlauf bis zu 25 Minuten dauern. Es sollte also darauf geachtet werden, dass der oder die Spieler*in nicht dazu gezwungen ist, eine Runde vorzeitig abzubrechen, weil es so das Kontingent um wenige Minuten überschreiten würde – das würde wahrscheinlich auch zu heftiger Kritik der Teamkollegen führen, da deren Siegeschancen so mit schwinden.

„Ich hafte für mein Kind im Netz. Was kann mir passieren?“

Wenn Minderjährige im Internet illegal handeln, beispielsweise gegen das Urheberrecht verstoßen, kann es dazu kommen, dass die Eltern mit rechtlichen Konsequenzen wie Abmahnungen und Schadensersatzforderungen konfrontiert werden.

Das ist jedoch nicht zwingend der Fall. Grundsätzlich gilt für Eltern die Aufsichtspflicht auch im Netz – also ist je nach Alter des Kindes auch die Aufsicht über das Surfverhalten zu wahren. Zudem müssen Eltern ihre Kinder über die geltende Rechtslage zum Urheberrecht im Internet aufklären und im Falle rechtlicher Probleme nachweisen können, dass sie dieser Belehrungspflicht ausreichend nachgekommen sind. Unter diese Aufklärung fällt vor allem das Verbot, urheberrechtlich geschütztes Material herunterzuladen und zu verbreiten. Aber auch zum Thema Bildrechte gibt es reichlich Gesprächsbedarf, um zu verhindern, dass rechtliche Probleme entstehen können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Termin des Aufklärungsgesprächs sowie die besprochenen Inhalte zu notieren, FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) legt sogar nahe, einen Vertrag über die Internetnutzung auszuarbeiten, der im Ernstfall ein Beleg für die ausreichende Belehrung sein kann. Sicherungsprogramme auf dem Rechner können zudem verhindern, dass jüngere Kinder auf illegale Seiten gelangen.

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