Urheberrecht

Wem gehört was im Netz?
Das Internet bietet eine riesige Fülle an Filmen, Bildern, Musik, Texten und Software. Was man auch sucht – es lässt sich schnell in den Tiefen des Netzes finden. So weit, so gut.
Doch in der Regel sind diese Inhalte alle urheberrechtlich geschützt – das heißt, sie dürfen nicht einfach von jedem kopiert, getauscht oder online gestellt werden. Was darf man nun mit Inhalten aus dem Internet alles machen und was nicht? Und welche legalen Möglichkeiten gibt es?

 

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Informationen über Grundlagen zum Urheberrecht

 

Filme schauen, Musik hören, Computerspiele spielen – das alles kostet in der Regel Geld und ist oft nicht ganz billig. Es sei denn, man holt sich diese Sachen aus dem Internet. Dort kann man Filme, Musik und viele weitere Inhalte ohne Probleme und kostenlos finden.

Warum also sollte ich für etwas bezahlen, was es woanders auch kostenlos gibt? Musik, Filme, Bücher und jede andere Art von geistigem Eigentum sind durch das Urheberrecht geschützt. Durch diese Schutzrechte ist die Nutzung oder Weiterverbreitung der Werke ohne Zustimmung der Künstler nicht erlaubt. Dadurch wird gewährleistet, dass die Künstler selbst entscheiden dürfen, was mit ihren Werken geschieht und wie sie verbreitet werden – und dadurch motiviert bleiben, weiterhin geistiges Eigentum zu produzieren.

Die Antwort auf diese Frage lautet in aller Regel Nein. Zumindest ist das der Fall, wenn du dein Video oder deinen Podcast nicht nur für dich privat machst, sondern auch anderen Leuten übers Internet zeigen willst. Die Musik von Künstlern und Bands, die im Radio oder bei MTV laufen, ist fast immer urheberrechtlich geschützt. Wenn jemand diese Titel zum Beispiel für ein YouTube-Video verwenden oder in einem eigenen Song einbauen will, dann braucht er dafür erst die Erlaubnis der Urheber, z.B. der Komponisten, der Plattenfirma oder der GEMA. Und die verlangen dafür einen stolzen Preis, weil sie an der Verwendung ihrer Musik natürlich etwas verdienen wollen.

Ganz ähnlich wie bei Musikstücken regelt das Urheberrecht auch den Umgang mit Bildern und Texten im Internet. Egal ob man zum Beispiel einen Artikel von einer Internetseite kopiert oder Fotos aus der Zeitung einscannt. Auch sie sind urheberrechtlich geschützt und man darf sie nicht einfach so für alle sichtbar ins Internet hochladen. Denn online stellen heißt laut Urheberrecht „öffentlich machen“ – und dazu braucht man immer erst die Erlaubnis des Rechteinhabers.

Obwohl die meisten Inhalte im Internet urheberrechtlich geschützt sind, bedeutet das nicht, dass überhaupt keine fremden Inhalte verwendet und weiterverbreitet werden dürfen. Es gibt auch viele legale und kostenlose Möglichkeiten, wenn man auf der Suche nach Tönen, Bildern oder Texten für den eigenen Film oder Podcast ist. Diese sind vielleicht nicht so bekannt und man muss manchmal etwas länger danach suchen.

Um die Suche zu erleichtern, haben wir hier ein paar Linktipps gesammelt. Auf jeder dieser Internetseiten muss zunächst noch einmal nachgesehen werden, unter welchen Bedingungen die Inhalte jeweils genau verwendet werden dürfen. Danach steht der kostenlosen Nutzung nichts mehr im Weg. Musik, die unter Creative Commons-Lizenzen steht, findet sich zum Beispiel hier:

www.jamendo.com

www.freemusicarchive.org

www.ccmixter.org

www.starfrosch.com

Creative Commons-Bilder können zum Beispiel hier gefunden werden:

www.pixelio.de

www.sxc.hu

www.pixabay.com

www.flickr.com

www.piqs.de

Noch mehr Linktipps für CC-Musik gibt es bei LizzyNet. Einen ausführlichen Überblick über alternative Möglichkeiten in Sachen Musik gibt die Broschüre „Freie Musik im Internet“ der LAG Lokale Medienarbeit NRW. Ein letzter Tipp: Musik oder Bilder selbst zu produzieren macht Spaß und darf beliebig verbreitet werden – schließlich ist man selbst der Urheber.

 

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Creative Commons Lizenzen (CC) bieten einer Künstlerin oder einem Künstler die Möglichkeit, die eigenen Werke mit allen Menschen weltweit zu teilen. Um das Konzept der CC-Lizenzen richtig zu verstehen, müssen wir uns aber zuerst mit dem Urheberrecht beschäftigen. Wenn etwas erschaffen wird – irgendetwas, ein Foto, ein Lied, ein Bild, ein Film oder eine Geschichte, fallen diese Werke automatisch unter das Urheberrecht. Das heißt, die Person, die das Foto geschossen oder die Geschichte geschrieben hat, kann darüber entscheiden, wer das Werk verwenden darf und wie. So schützt das Urheberrecht Werke gegen Verwendungen, mit denen die Künstler nicht einverstanden sind und sorgt für eine angemessene Vergütung.

Doch es gibt auch Bands, Filmemacher, Fotografen und andere Künstler, die kein Geld für ihre Werke verlangen. Sie möchten stattdessen erreichen, dass so viele Menschen wie möglich ihre Produkte übers Internet anschauen, runterladen oder weiter benutzen, sie räumen also bestimmte Nutzungsrechte ein. Damit das funktioniert, ohne die Schöpfer der Werke um Erlaubnis bitten zu müssen, gibt es Creative Commons. So können Werke frei verbreitet, wiedergenutzt und vom Rest der Welt weiterentwickelt werden. Creative Commons sind freie Copyright-Lizenzen, mit denen Künstler den Nutzern exakt die Teile ihres Urheberrechtes mitteilen können, die sie gerne der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Die Lizenzierung unter Creative Commons setzt sich aus folgenden Möglichkeiten zusammen:

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Namensnennung 
Diese Lizenz erlaubt anderen, ein Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange der Urheber des Originals genannt wird. Dies ist die freieste Lizenz.

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Namensnennung +  Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Diese Lizenz erlaubt anderen, ein Werk zu verbreiten , wenn zusätzlich zur Namensnennung die auf dem Werk basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden. Alle neuen Werke werden unter derselben Lizenz stehen, also auch kommerziell nutzbar sein.

namensnennung-logokeine-bearbeitung-logo

Namensnennung + Keine Bearbeitung
Diese Lizenz erlaubt anderen, ein Werk zu verbreiten, wenn der Name des Urhebers genannt wird und das Werk unverändert genutzt wird. Die Nutzung ist nicht-kommerziell und kommerziell erlaubt.

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Namensnennung + Nicht kommerziell 
Diese Lizenz erlaubt anderen, ein Werk zu verbreiten, wenn der Name des Urhebers genannt wird und das Werk ausschließlich nicht-kommerziell genutzt wird. Neue Werke, die auf der Grundlage des Werke entstehen, müssen nicht unter denselben Bedingungen lizenziert werden.

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Namensnennung + Nicht kommerziell + Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Diese Lizenz erlaubt anderen, ein Werk zu verbreiten, wenn der Name des Urhebers genannt wird, das Werk ausschließlich nicht-kommerziell genutzt wird und die auf dem Werk basierenden neuen Werke nur unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.

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Namensnennung + Nicht kommerziell + Keine Bearbeitung
Diese Lizenz erlaubt anderen, ein Werk zu verbreiten, wenn der Name des Urhebers genannt wird, das Werk ausschließlich nicht-kommerziell genutzt wird und es nicht bearbeitet wird.

Genauere Hintergrundinfos zum Thema Creative Commons gibt es in den FAQs von Creative Commons.

Welche Konsequenzen drohen, wenn wegen Uploads oder Downloads tatsächlich Post vom Anwalt kommt? Die Broschüre „Spielregeln im Internet“ von klicksafe und iRights.info gibt im Kapitel „Post vom Anwalt, was tun?“ Auskunft dazu, was eine Abmahnung ist und wie man darauf reagieren kann.