Was bedeutet „Scoring“?

Im Heft 2 der Blauen Reihe „Verbraucher-Scoring“ (pdf) des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein wird ausführlich auf die Frage eingegangen, wie in der Wirtschaft  Verbraucher/innen bewertet/ ‚gescored‘ werden.
Scoring ist demnach ein Verfahren, um mein zukünftiges Verhalten vorherzusagen. Dabei kann es darum gehen, ob ich eine Rechnung zuverlässig zahlen werde, welche Produkte mir als Werbung angeboten werden sollten oder wie ich beim Kundenservice behandelt werde. Neben der Info, was unter Scoring zu verstehen ist, wird auch an einem Beispiel gezeigt, wie so ein Scoring entstehen kann. Beim Scoring werden persönliche Daten verarbeitet (wie z.B. Wohnort, Familienstand, etc.) und eine neue persönliche Information (der Scoring-Wert) erzeugt. Deshalb müssen dabei Datenschutzregelungen eingehalten werden. Grundsätzlich ist es nach der Darstellung im Heft seit April 2010 erlaubt, Scoringverfahren zu verwenden. Als Verbraucher/in kann man Auskunft über den tagesaktuellen Scoringwert verlangen.
Die Texte im Heft sind gut verständlich geschrieben und haben mir schnell ein Bild von Scoring vermittelt. Allerdings hat sich mir die Frage gestellt, woher ich denn wissen kann, welche Unternehmen ein Scoring von mir erstellt haben. Nur dann kann ich ja nachfragen. Zudem war für mich interessant, dass die Auswertung von persönlichen Daten wieder eine persönliche Information ist, die dem Datenschutzrecht unterliegt.

In einer Meldung auf heise.de wird darauf hingewiesen, dass Scoring „oft unverständlich“ und die „Aussagekraft fragwürdig“ sei. Bemängelt wird dabei unter anderem, dass die bestehenden Regelungen zum Verbraucherschutz nicht ausreichend, da Unternehmen mittlerweile vielfältige im Internet verfügbare Informationen auswerten könnten. Gefordert wird, die zulässigen Datenarten und Quellen einzuschränken.
Der Text ist sehr kurz und erklärt eigenltich nichts. Wenn ich davor nicht schon gewusst hätte, was Scoring ist, hätte ich mit dem Artikel vermutlich wenig anfangen können.

Im Artikel „Durchleuchtet, analysiert und einsortiert“ werden unterschiedliche Scoring-Unternehmen und deren Arbeitsweise unter die Lupe genommen. Unter anderem wird mit dieser Grafik ausschnittsweise verdeutlicht, welche unterschiedlichen Daten für ein Scoring verwendet werden:

Beispiele von Konsumet/innen-Daten, die das Unternehmen Acxiom anbietet (siehe http://crackedlabs.org/studie-kommerzielle-ueberwachung/#4)

Die Firma kooperiert nach Angabe der Seite mit Google, Facebook und Twitter, wobei mir nicht klar geworden ist, wie diese Kooperation aussieht. Beeindruckend fand ich, dass bis zu 3.000 Eigenschaften einzelner Personen gespeichert wurden. Dazu fand ich auch interessant, dass es Anbieter gibt, die behaupten auf mehrere Apps auf 90% der Endgeräte weltweit zugreifen zu können.
Der Artikel ist sehr lang und hat aber auch sehr viele Informationen gebündelt. Von den meisten Informationen und auch von vielen der genannten Firmen hatte ich zuvor noch nie etwas gehört.

 

Recherche zu Scoring nach der Gliederung:

  • Verweis auf die Quelle
  • Kurzfassung der Information
  • Bewertung der Information (ggf. welche Fragen sich neu gestellt haben)