7. Kurzfilm

darum geht’s
Jugendliche dokumentieren per Videofilm Konflikte in sozialen Netzwerken. Die Besonderheit an dem Film liegt darin, dass sich der gesamte Film auf dem Browser eines Laptops abspielt.

 rahmenbedingungen
Im Vorfeld müssen verschiedene erfundene Profile auf Plattformen angelegt werden (facebook, tumblr, ask.fm, etc..) und mit Inhalten gefüllt werden. Diese Phase ist besonders wichtig, da die Jugendlichen sich in die jeweiligen Rollen ihrer Pseudonyme einfinden sollen und während dem Film auch in dieser Rolle agieren. Es sollten mindesten vier Stunden für die Drehbuchentwicklung und Profilerstellung eingeplant werden. Nach unserer Erfahrung ist eine Gruppengröße von bis zu 10 Jugendlichen ab 14 Jahren für diese Methode geeignet.

eingesetztes material / eingesetzte medien
Laptops (je ein Gerät für 2-3 Teilnehmer/innen)
gute Internetverbindung ist wichtig
Aufzeichnungsprogramm für den Desktop und Videobearbeitungsprogramm
Schreib- und Grafikprogramm für den Zeitungsartikel

 beschreibung der methode
Diese Phase ist sehr wichtig, da die Teilnehmer/innen dadurch die Möglichkeit haben mit anderen Identitäten zu experimentieren. Nach der Drehbuchentwicklung und Profilerstellung in den verschiedensten Netzwerken, sollte eine Phase des Ausprobierens eingeplant werden. Die Jugendlichen haben hier die Chance in Ihrer Rolle zu agieren und auszutesten, so entstehen oft auch noch neue Ideen, die für den Film spannend sein könnten. Besonders wichtig ist hierbei eine gute Internetverbindung. Im zweiten Schritt verteilen sich die Jugendlichen in verschiedene Räume und der Chat/webtalk/Post kann beginnen. Empfehlenswert ist es eine Hauptfigur festzulegen und den Browser von dieser Person aus zu filmen, sonst verliert man leicht den Überblick. Nach einer intensiven Drehbuchentwicklung ist die einzuplanende Zeit für den Schnitt sehr überschaubar. Es bietet sich auch an, die Story mehrmals zu „spielen“

was bringt die methode
Der Mix aus Rollenspiel durch Fakeprofile im Netz und intensiver thematischer Auseinandersetzung im Vorfeld, lockerte das eher anstrengende Thema auf und machte den Jugendlichen sehr viel Spaß. Im Gegensatz zu den üblichen Filmproduktionen, in denen gezeigt wird, wie Jugendliche im Netz und im echten Leben Opfer von Mobbing/Cybermobbing werden, bietet diese Art des Films einen völlig neuen Ansatz. Es löst das große Problem der Darstellerfrage. Gerade in diesem Themenbereich ist es oft problematisch Jugendliche als Opfer von Cybermobbing zu filmen. Die Ideen und Storyboards sind dazu schnell erstellt, aber die wenigsten Jugendlichen sind gerade in der Pubertät dazu bereit diese Rolle zu spielen. Oft wird in der klassischen Filmsituation eher das Thema Mobbing allgemein thematisiert, weniger Konflikte in sozialen Netzwerken. Das Thema wird bei dieser Methode mittels Handlung gezeigt und bearbeitet wo es stattfindet, im Netz.

worauf muss man achten
Besonders wichtig ist darauf zu achten, dass bei den Fakeprofilen urheberrechtlich unbedenkliches Material gefilmt und verwendet wird.

 

Beispielprojekt(e):

„Mann Mia“ – Ein Kurzfilm über eine Beziehung im Web 2.0

Download: Methode „Kurzfilm“