Welche Probleme können entstehen, wenn sich Dritte in Konflikte einmischen?

Dritte können einen Streit noch schlimmer machen. Das geschieht zum Beispiel, wenn sie versuchen, ganz gezielt gegen eine Person vorzugehen oder wenn sie sich an jemandem rächen wollen und Gewalt gegen diese Person ausüben. Dann werden Dritte selbst zu Beteiligten am Konflikt, zu Verstärkern oder sogar zu Rächern. In dem Fall schadet das Einmischen mehr, als dass es hilft. Schwierig kann es für Jugendliche vor allem dann werden, wenn sie mit beiden Konfliktparteien befreundet sind. Dann kann es passieren, dass von ihnen erwartet wird,  sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden. Sie werden dann zu Verbündeten gegen die andere Seite. Dadurch können sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Auch das kann zu neuen Konflikten führen. So ist gut zu überlegen, ob man sich nur auf eine Seite schlägt.

Eine Konfliktpartei ist insbesondere dann daran interessiert Verbündete zu finden, wenn sie sonst unterlegen wäre und sich nicht wehren kann. Bevor man als Verbündete bzw. Verbündeter in den Streit verwickelt wird, lohnt es sich, andere Möglichkeiten zu suchen, wie man diese Hilfe leisten kann. Gut gemeinte unterstützende Kommentare können einen Konflikt zusätzlich befeuern, da andere auf diese reagieren und damit immer wieder neue Beleidigungen auftauchen.

Als weiteres Problem, wenn man sich in einen Streit einmischt, kann man selbst Ziel von Anfeindungen werden. Auch das sollte man im Blick haben, wenn man in einen Konflikt eingreift. Am besten überlegt man sich schon im Vorfeld, wie man dann reagieren könnte, um den Konflikt nicht noch schlimmer werden zu lassen.

 

Was sollten Dritte beachten, wenn sie sich in einen Konflikt einbringen?

 Nicht bevormunden! Eine ganz wichtige Regel ist, dass die Streitenden bei der Lösung des Konflikts unterstützt werden sollten. Wer die Streitenden bevormundet oder ihnen vorschreibt, was zu tun ist, trägt damit vermutlich nicht zur Lösung des Konflikts bei. Vielmehr sollte man dazu beitragen, dass die Streitenden den Konflikt lösen können.

Vertrauenspersonen nach vorne! Unterstützung wird am ehesten von Vertrauenspersonen angenommen. Enge Freundinnen und Freunde, aber auch Verwandte können entsprechend wichtige Stützen sein.

Checken, was eigentlich Sache ist! Wichtig ist auch zu klären, welche Art von  Konflikt vorliegt. Wer sich zum Beispiel in einen ‚Spaß-Streit‘ einmischt, kann damit ggf. zeigen, dass er den Spaß nicht versteht. Es kann aber auch wichtig sein, darauf hinzuweisen, dass ein Spaß zu weit gegangen ist. Gerade bei Mobbing-Fällen ist es aber ganz wichtig, sich einzubringen und nicht einfach nur zuzusehen.

Unterstützung suchen! Wenn man nicht weiß, wie man helfen kann, kann man sich auch als eigentlich Unbeteiligte/r  informieren, wie man selbst oder wer sonst helfen kann.

Vorsichtig sein mit unterstützenden Kommentaren! Ein unterstützender Kommentar kann immer auch ein Anlass sein, eine Beleidigung nochmal zu wiederholen. Ein gut gemeinter Kommentar kann einen Konflikt also immer weiter befeuern. Gelöst wird er dadurch selten. Deshalb: Unterstützung persönlich ausdrücken und nach anderen Wegen suchen, um den  Konflikt zu lösen.