Welche Aspekte sind bei der Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen zu beachten?

Bei jüngeren Zielgruppen (bis 12 Jahre) ist davon auszugehen, dass sie erst beginnen sich selbständiger im Netz zu bewegen und dass damit auch Online-Communitys an Relevanz gewinnen. Entsprechend wichtig ist es, sie auf diesem Weg zu begleiten und auch auf Problemstellungen hinzuweisen, die in vielen Fällen nicht allein im Handlungskontext erfasst werden können (zum Beispiel die Frage „Wer kann meine Daten sehen?“ und insbesondere „Wer kann meine Daten auswerten?“). Bei der Beantwortung dieser Fragen können die Jugendlichen in der Regel nur begrenzt auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Es ist zwar davon auszugehen, dass sie bereits eigene Erfahrungen haben. Vor allem aber haben sie sicher von anderen, häufig älteren Jugendlichen etwas über Online- Communitys und die darin liegenden Chancen und Risiken gehört. Denn Peers sind die wichtigste Informationsquelle über Online-Communitys. Folgende Aspekte sind für die Arbeit mit dieser Zielgruppe besonders relevant:

  • für Spannungsfelder (und Risiken) sensibilisieren
    Dafür sensibilisieren, dass Spannungsfelder bestehen. Auch wenn es Spaß macht, können Probleme damit verbunden sein.
  • Konkrete Handlungsanregungen/Tipps geben
    Zum Beispiel zum Thema legale Quellen für Musikdownloads oder auch Privatsphäre-Einstellungen. Dies kann beispielsweise mit Entscheidungssituationen (siehe Material) besprochen werden, aber auch anhand von Hinweisen, wo sie sich mit Fragen oder Problemen hinwenden können.


Junge Jugendliche (ca. 13-16 Jahre)
sind meist aktiv in den Online-Netzwerken unterwegs. Für diese Altersgruppe sind ihre Freunde und erste Beziehungserfahrungen wichtige Bereiche, die auch in den Sozialen Netzwerkdiensten erlebt und ausgelebt werden. Entsprechend kann man in der pädagogischen Arbeit mit ihnen an ihren eigenen Erfahrungen ansetzen und sie als Expertinnen und Experten in die Arbeit einbinden. Allerdings ist auch bei dieser Zielgruppe damit zu rechnen, dass große Unterschiede im Erfahrungshintergrund bestehen. Dies sollte bei der Arbeit berücksichtigt werden. Auch wenn der Großteil der Jugendlichen in Online-Communitys aktiv ist, sollten auch die in den pädagogischen Angeboten berücksichtigt werden, die weniger Erfahrungen mitbringen.

  • Regeln artikulieren und diskutieren
    Zum Beispiel über folgende Methode: In der Schulklasse sollen Tipps für eine neue Klassenkameradin oder einen neuen Klassenkameraden gesammelt werden, die beziehungsweise der sich noch nicht so gut mit Online-Communitys auskennt: Was sollte sie/er tun? Was nicht? Jeweils: Weshalb?
  • Gegebenenfalls in diesem Kontext auch: konkrete Handlungsanregungen/Tipps geben
  • Hintergrundinformationen bieten
    Zum Beispiel anhand von Materialien wie Videoclips oder interaktiven Spielen aufzeigen, wie online verfügbare Daten gesammelt und ausgewertet werden können.
  • Positionierung gegenüber Entwicklungen in der Medienwelt anregen
    Zum Beispiel bezüglich der Entwicklung, dass immer mehr Daten online verfügbar sind – Wer soll für den Datenschutz zuständig sein? Die Nutzenden, der Staat, die Anbieter? Wem wird vertraut? Wer hat die Macht?

 

Bei älteren Jugendlichen (ab 17 Jahren) gilt im Grunde das gleiche, wie es bereits für die jungen Jugendlichen beschrieben wurde. Man kann aber davon ausgehen, dass die Jugendlichen bereits mehr Erfahrungen mitbringen und auch Erfahrungen in weiteren Feldern der Online-Nutzung aufweisen können. Beispielsweise ist für diese Zielgruppe online einkaufen durchaus eher möglich als für die jüngeren Jugendlichen. Vor allem aber ist mit dieser Altersgruppe eine Diskussion über die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen besser möglich und interessanter für sie. Gerade mit ihnen können Handlungsregeln beispielsweise aus der Diskussion gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen heraus entwickelt werden und damit auch die gesellschaftspolitische Bedeutung des Medienhandelns reflektiert werden.

  • Regeln artikulieren und diskutieren
    Zum Beispiel ebenfalls anhand der oben beschriebenen Methode, Tipps für eine neue Schulkameradin oder einen neuen Schulkameraden zu sammeln.
  • Hintergrundinformationen bieten
    Zum Beispiel auch hier Materialien wie Videoclips, Spiele etc. einsetzen, die Hintergrundinformationen zum Thema aufzeigen.
  • Positionierung gegenüber Entwicklungen in der Medienwelt anregen und gegebenenfalls daraus gemeinsam konkrete Handlungsanregungen/Tipps entwickeln.