11. Instant Message – Gesprächssituationen nutzen oder schaffen

darum geht’s
Im pädagogischen Alltag bieten sich viele Gelegenheiten, ohne großen Aufwand über die Community-Aktivitäten Jugendlicher ins Gespräch zu kommen, etwas über ihre Motive und Nutzungsgewohnheiten zu erfahren, Reflexion anzuregen und wichtige Hintergrundinformationen zu vermitteln.

zielgruppen
• alle Altersgruppen
• einzelne Jugendliche oder kleinere Gruppen
• bis zu ca. 10 Teilnehmende

rahmenbedingungen
• kurze Gesprächssituationen mit Einzelnen oder Gruppen nutzen (zum Beispiel beim gemeinsamen Warten, während Autofahrten etc.),
• kein Materialbedarf

ziele
• Reflexion über die Community-Nutzung anregen
• für Spannungsfelder (& Risiken) sensibilisieren
• Hintergrundinformationen bieten
• Problemfelder identifizieren und Lösungen anbieten

beschreibung
Das Gespräch sollte ergebnisoffen verlaufen. Zeigen Sie aufrichtiges Interesse. Das erreichen Sie dadurch, dass Sie im Gespräch einfach die Fragen stellen, die Sie selbst am meisten interessieren. Wichtig ist dabei, die Internetnutzung Jugendlicher nicht zu diffamieren, sondern die Motive ihres Handelns zu verstehen und zur Reflexion über die Community-Nutzung anzuregen. Hier können Sie auch weiterführende Informationen oder Informationsquellen vermitteln. webhelm.de ist zum Beispiel ein Ausgangspunkt dafür. Dort können Jugendliche verschiedene Potenziale und Schwierigkeiten bei der Community-Nutzung mit anderen Jugendlichen diskutieren. Ausgangspunkt sind hierbei Filme, Comics und Audiobeiträge, die Jugendliche selbst zu diesem Thema entwickelt haben.

beispiel
• „Hast du eine Ahnung, was Twitter ist?“
• „Bei welchen Communitys sind eigentlich die meisten in deiner Klasse angemeldet?“
• „Was ist denn der Unterscheid zwischen dieser und jener Community? Wieso sind bei der einen mehr von euch angemeldet?“
• „Sind deine Eltern auch bei einer Community angemeldet?“
• „Ich habe neulich von einem Mobbingfall bei facebook gehört. Wie läuft denn sowas ab? Und was kann man dagegen tun?“ • „Laden sich bei euch in der Klasse eigentlich viele Filme und Musik aus dem Netz herunter? Es gibt ja mittlerweile auch viele Abmahnungen mit der Folge, dass man teilweise ganz schön viel Geld bezahlen muss.“
• „Kannst du dich mit deinem Handy in die Community einloggen? Können das viele aus deiner Klasse?“

variationsmöglichkeiten
Sie können auch ein stärker strukturiertes Gespräch über Chancen und Risiken der Internetnutzung vorbereiten. Für ein solches Gespräch sollten mindestens 30 Minuten eingeplant werden, damit mehrere Teilnehmende zu Wort kommen können. Die Gesprächsleitung kann auch bei Jugendlichen selbst liegen. Ein solches Gespräch gliedert sich in mehrere Phasen: Zur Eröffnung des Gesprächs können die von Jugendlichen im Rahmen der webhelm.Werkstätten entstandenen Comics, Filme oder Audiobeiträge ein geeigneter Input sein. Sie reißen meist ein Problem an, das aus Sicht von Jugendlichen besteht. Ausgehend davon können Sie mit den Jugendlichen diskutieren, ob ihnen die beschriebenen Probleme bekannt sind, wie sie sich in solchen Fällen verhalten oder verhalten würden, welche weiteren Probleme und Fragen sie benennen würden und welche Lösungen aus ihrer Sicht geeignet wären oder an welcher Stelle die Jugendlichen weiterführende Informationen finden können. Denkbar ist auch, dass Sie sich als Einstieg mit den Jugendlichen gemeinsam bei webhelm.de einloggen und die Comics, Filme oder Audiobeiträge anderer Jugendlicher dort durch Kommentierung diskutieren. Das Gespräch sollte einen gemeinsamen Abschluss finden und die wichtigsten Ergebnisse durch die Gesprächsleitung kurz zusammengefasst werden. Möglicherweise eignet sich die Zusammenfassung auch dazu, im Gruppenraum ausgehängt zu werden.

 

Eine Druckversion dieser Methodenbeschreibung können Sie hier herunterladen:

Download: Methode „Instant Message“