13. Startup – ein Szenario zur Entwicklung der perfekten Community

darum geht’s
Bei einem Szenario oder Planspiel schlüpfen die Beteiligten in die Rollen von Community-Betreibern und reflektieren ihren Umgang mit dem Web 2.0 aus einer anderen Perspektive. Dabei werden die Komplexität des Web 2.0, sowie die Spannungsfelder, in denen Jugendliche online agieren und mögliche Handlungsoptionen reflektiert und diskutiert.

zielgruppen
• mindestens 6 Teilnehmende in zwei Gruppen
• jede Altersgruppe (auch Jugendliche, die Communitys nicht nutzen)

rahmenbedingungen
• 60 Minuten
• ausreichend Raum für getrennte Diskussionen von mindestens zwei Gruppen

ziele
• für Spannungsfelder (und Risiken) sensibilisieren
• Regeln artikulieren und diskutieren
• Positionierung anregen
• Diskussionsanreize bieten

beschreibung
Die Beteiligten werden in zwei oder mehr Gruppen von maximal vier Teilnehmenden aufgeteilt. Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle von Community-Betreibern und erhalten von der Spielleitung den Auftrag, sich als Internetagenturen mit der Gründung einer neuen, aus ihrer Sicht verbesserten, Online-Community zu beschäftigen.
Dabei sollen Probleme der bereits existierenden Communitys aus ihrer Sicht benannt werden (zum Beispiel Werbung, Datenhandel, Intransparenz, Mobbing o.Ä.), Lösungsmöglichkeiten für diese Probleme, sowie neue Funktionalitäten, die für Jugendliche wichtig und spannend sein könnten, entwickelt werden. Die Community braucht natürlich auch einen Namen und ein Logo.

Die von den Jugendlichen entwickelten Modelle werden dann wechselseitig vorgestellt, diskutiert und konstruktiv kritisiert. Durch ein solches Szenario werden zum einen die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen des Web 2.0 thematisiert und jene Spannungsfelder reflektiert, in denen Jugendliche online agieren. Zum anderen werden Problemlösungen entwickelt, die sich auch auf die existierenden Communitys anwenden lassen.

Die Aufgabe der pädagogischen Anleitung ist, Problemfelder zu benennen (zum Beispiel gesetzlicher Datenschutz, Persönlichkeitsrechte u.a.), Hintergrundinformationen zu vermitteln, zur Diskussion anzuregen und Möglichkeiten des Transfers des Besprochenen in die alltägliche Onlinenutzung aufzuweisen.

beispiel
Als thematischer Einstieg in das Szenario können auch die im Rahmen der webhelm.Werkstätten, Modellprojekten und Kampagnen produzierten Materialelemente genutzt werden.

variationsmöglichkeiten
Eine Variante, die mehr Zeit beansprucht (von einem halben Tag bis hin zu mehreren Tagen), dafür aber eine differenziertere Auseinandersetzung ermöglicht, stellt ein Planspiel dar, bei dem zusätzliche Rollen vergeben werden. Die möglichen Rollen (die Bandbreite kann dabei von Community-Betreibern bis zu Nutzenden, Politikerinnen oder Politikern, Datenschützerinnen oder Datenschützern u.a. reichen) sollten durch die Jugendlichen selbst erarbeitet werden. Für die Kommunikation während des Planspiels können auch Online-Kommunikationsmittel wie Instant Messaging Programme (zum Beispiel ICQ oder msn) oder Communitys genutzt werden. Ein umfangreiches Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zu Planspielen findet sich im Internet: www.bpb.de/methodik/UXJHNV

 

Eine Druckversion dieser Methodenbeschreibung können Sie hier herunterladen:

Download: Methode „Startup – ein Szenario zur Entwicklung der perfekten Community“