14. Aktive Medienarbeit (zum Beispiel Comics oder Fotostorys)

darum geht’s
Bei der aktiven Medienarbeit nutzen Jugendliche Medien aktiv und kreativ. Die Projektarbeit ist handlungsorientiert („learning by doing“) und findet in Gruppen statt. Viele Probleme der Community-Nutzung (zum Beispiel der Umgang mit der eigenen Privatsphäre, dem Urheberrecht oder dem Recht am eigenen Bild) werden dabei sichtbar und Handlungsoptionen praktisch angewandt.

zielgruppen
• alle Altersgruppen, jeweils altershomogen aufgeteilt nach den oben beschriebenen Nutzerinnen- und Nutzertypen

rahmenbedingungen
• mindestens 2-3 Stunden
• 4-6 Jugendliche pro Gruppe
• 1 Fotoapparat, gegebenenfalls Stativ
• 1 PC mit Comic Life (www.comiclife.com) oder PowerPoint pro Gruppe
• Flipchart und Stifte zur Ideensammlung und Entwicklung des Storyboards

ziele
• für Spannungsfelder (und Risiken) sensibilisieren
• konkrete Hinweise geben
• Regeln artikulieren und diskutieren
• Hintergrundinformationen bieten
• Positionierung anregen

beschreibung
Nach dem Vorbild der Jugendlichen, die im Rahmen der webhelm.Werkstätten aktiv und kreativ mit Medien gearbeitet haben, können in den zu produzierenden Geschichten typische Handlungssituationen, Probleme und Lösungsmöglichkeiten thematisiert oder konkrete Hinweise gegeben werden. Eine einfache und alltagstaugliche Methode ist dabei das Gestalten von Comics oder Fotostorys.

Zum inhaltlichen Einstieg können Teile der Materialien auf webhelm.de verwendet werden. Daran anknüpfend kann mit den Beteiligten darüber diskutiert werden, ob sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben und ob sie das darin Gezeigte als realistisch oder als übertrieben einschätzen (siehe auch Methode 1 „Instant Message“). Wichtig ist dabei, dass der Fokus auf die Erfahrungen der Jugendlichen gerichtet wird und sie benennen, was ihnen an Communitys wichtig ist, was sie problematisch finden und welche Handlungsoptionen sie sehen.

Auf Basis dieser Diskussionen werden ein Thema und Ideen für den Verlauf der Geschichte entwickelt. Zunächst werden in einem Brainstorming alle Ideen für den Verlauf der Geschichte gesammelt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Geschichte über einen Spannungsbogen verfügt und unterhaltsam ist. Oft kann man unterschiedliche Ideen kombinieren und so der Geschichte einen besonderen Inhalt geben.

Im nächsten Schritt werden die beteiligten Charaktere, Räume und benötigten Requisiten in einem kleinen Storyboard skizziert. Dabei handelt es sich um eine Übersicht, in der jedes einzelne Foto des späteren Comics oder der Fotostory ein eigenes Feld erhält und anhand dessen deutlich wird, wie die fertige Aufnahme später aussehen soll. Die Orte und Requisiten sollten möglichst alltagsnah ausgewählt werden, damit die Geschichte realistischer wirkt. Das Storyboard wird gut sichtbar aufgehängt, damit die Teilnehmenden sich im Laufe des Produktionsprozesses daran orientieren können.

Im nächsten Schritt werden die Fotoaufnahmen gemacht. Die Schauspielerinnen und Schauspieler sollten möglichst auf starke Gestik und Mimik achten. Es empfiehlt sich, ein Stativ zu verwenden, damit die Bilder nicht verwackeln und pro Szene gleich mehrere Fotos zu machen, denn oft lässt sich auf dem kleinen Bildschirm von Digitalkameras nicht genau erkennen, ob die Mimik der Schauspielerinnen und Schauspieler gelungen oder das Bild scharf ist. Wichtig ist auch, auf ausreichend Platz für die später einzufügenden Sprechblasen zu achten. Die Jugendlichen können sich beim Fotografieren abwechseln.

Sind alle Aufnahmen gemacht, wird am PC weiter gearbeitet. Die Softwaretitel Comic Life oder PowerPoint eignen sich dafür besonders gut. Sie finden unten ausführliche Anleitungen, die Schritt für Schritt das Vorgehen erläutern.

Die entstandenen Produkte sollten möglichst prominent veröffentlicht werden, zum Beispiel durch eine Ausstellung und Vernissage in der Einrichtung, bei Festen oder auf der Internetseite der Einrichtung sowie den Community-profilen der Jugendlichen. Durch die Veröffentlichung werden die Sichtweisen der Jugendlichen für andere sichtbar und es können dadurch wechselseitige Lernprozesse initiiert und Anlässe zum informellen Austausch über wichtige Fragen, Probleme und Handlungsoptionen geschaffen werden. Es ist auch möglich, die Produkte unter webhelm.de zu veröffentlichen und damit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie können dann unter Umständen auch von anderen Jugendlichen oder Jugendeinrichtungen in ihre Projekte einbezogen werden. Nehmen Sie hierfür einfach Kontakt mit uns auf (info@webhelm.de).

beispiel
siehe verschiedene Beiträge auf webhelm.de.

variationsmöglichkeiten
Neben der hier vorgestellte Methode der Produktion von Comics oder Fotostorys ist auch das Arbeiten mit anderen Medien denkbar, z.B. die Produktion von Handyclips (Anleitungen s. www.ohrenblick.de), Audiobeiträgen und Interviews (Anleitungen s. www.netzcheckers.de) oder Filmen. Für aufwändigere Medienproduktionen können auch externe medienpädagogische Partner hinzugezogen werden. Für die außerschulische Jugendarbeit steht in Bayern die Medienfachberatung (www.medienfachberatung.de), für schulische Projekte die MiBS (medienpädagogisch-informationstechnische Beraterinnen und Berater) als Ansprechpersonen zur Verfügung. Das Förderprogramm In eigener Regie (www.ineigenerregie.de) bietet auch Unterstützung und Mittel für die Durchführung von Medienprojekten (Video, Audio und Multimedia).

 

Die Druckversion dieser Methode können Sie hier herunterladen:

Download: Methode „Aktive Medienarbeit“

Ausführliche Anleitungen für den Einsatz der Software Comic Life und PowerPoint finden Sie hier:

Download: Anleitung „Comics selbermachen mit Comic Life“

Download: Anleitung „Fotostorys mit Powerpoint“